Zwei Krisen, eine gemeinsame Ursache
Seit über 30 Jahren setzen wir uns für gesunde Wälder ein. Schon damals, in den 90er Jahren, war die Sorge um den Wald in Deutschland groß: Waldsterben durch starke Luftverschmutzung schaffte es zwar als Titelthema auf große Magazine – wurde aber nicht zur politischen und wirtschaftlichen Priorität.
Das Ergebnis: Die Meldungen zum Zustand unserer Wälder hier in Deutschland sind weiterhin mehr als besorgniserregend. Das Problem ist längst eines, das wir weltweit beobachten. Insbesondere Tropenwäldern geraten zunehmend unter Druck. Die Klimakrise spitzt sich zu und der Verlust der Biodiversität schreitet jeden Tag weiter voran.
Wie Klimakrise und Biodiversitätsverlust zusammenhängen
Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise sind Krisen von globalem Ausmaß. Während die Klimakrise zu einer globalen Erwärmung führt, die wiederum zu einem vermehrten Auftreten von Extremereignissen und dem Abschmelzen von Gletschern und Polareis führt, wird die Biodiversitätskrise vor allem durch ein großflächiges Artensterben sichtbar. Die Auswirkungen sind unübersehbar: Seit 1970 beobachten wir einen dramatischen Rückgang der Populationen von Säugetieren, Vögeln, Fischen und Reptilien um etwa 73%, während gleichzeitig die vergangenen drei Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren und die globale Durchschnittstemperatur erstmals dauerhaft mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau lag.
Was Mut macht: Es gibt eine Vielzahl von Lösungsansätzen. Wir können den Krisen begegnen – allerdings müssen wir gemeinsam und gezielt handeln! Dafür ist es auch wichtig, beide Entwicklungen im Zusammenhang zu betrachten und anzugehen.
Wieso werden die beiden Krisen als Zwillingskrise bezeichnet?
Die Biodiversitäts- und Klimakrise haben gemeinsam, dass sie die Folge von intensiven Eingriffen des Menschen in die Natur sind – das ist wissenschaftlich eindeutig belegt. Zudem verstärken sich die beiden Krisen gegenseitig: Die globale Erwärmung beschleunigt das Aussterben zahlreicher Arten – und ein Verlust der Arten lässt uns die Auswirkungen des Klimawandels stärker spüren.
Ein Blick in den Wald zeigt besonders eindrücklich, wie die Klimakrise und der Rückgang von Biodiversität in Zusammenhang stehen: Durch den globalen Anstieg der Durchschnittstemperaturen werden zahlreiche Waldgebiete geschwächt – denn die Bäume sind meist für kühlere Bedingungen ausgelegt. Weniger Bäume bedeutet weniger Lebensraum für andere Pflanzen- und Tierarten. In der Folge sind auch sie gefährdet.
Geht die Artenvielfalt innerhalb eines Ökosystems zurück, wird dieses anfälliger für Krankheiten, Schädlinge und extreme Wetterereignisse. Das konnten wir in den Hitzesommern der vergangenen Jahre und den massiven Borkenkäferbefall deutschlandweit beobachten. Es entsteht ein Kreislauf, in dem die geschwächte Biodiversität die Widerstandsfähigkeit des Waldes (die sog. Resilienz) gegenüber der Klimakrise verringert. So geht die ureigene Fähigkeit des Waldes, sich nach Störungen zu erholen und seine Struktur wiederherzustellen, verloren.
Warum Wälder Teil der Lösung sind
Waldfunktionen für Klima und Biodiversität
Seit die Klimakrise an Aufmerksamkeit gewinnt, steht auch der Wald vermehrt im Fokus. In diesem Zusammenhang wird häufig seine Funktion als natürlicher Kohlenstoffspeicher betont, denn Wälder spielen eine entscheidende Rolle im Klimaschutz, da sie CO₂ speichern und klimaregulierend wirken. Doch Wälder leisten weit mehr. Sie erbringen sogenannte Ökosystemleistungen – also Leistungen der Natur, die wir direkt erleben und von denen wir profitieren: An heißen Tagen kühlen sie ihre Umgebung, speichern Wasser im Boden und geben es langsam wieder ab. So können sie Dürren abmildern und gleichzeitig helfen, Überschwemmungen nach starken Regenfällen zu begrenzen. Außerdem filtern die Bäume die Luft, die wir atmen – und Wasser, das wir trinken.
Wälder spielen aber auch eine entscheidende Rolle bei der Biodiversitätsförderung, denn sie sind Lebensräume voller Vielfalt – vom Boden bis in die Baumkronen. Zwischen Wurzeln, Sträuchern und hohen Bäumen entstehen unzählige Nischen, in denen Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen zusammenleben. Diese Vielfalt macht den Wald stabil: Je mehr Arten beteiligt sind, desto besser kann ein Ökosystem Veränderungen ausgleichen und sich an neue Bedingungen anpassen.
Unser Ansatz: Mit Wäldern wirksam handeln
Seit 1991 kämpfen wir mit naturbasierten Lösungen (sog. Nature-based Solutions) gegen die Klimakrise und für eine vielfältige Natur. Als naturbasierte Lösungen werden Ansätze bezeichnet, die den Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt mit der Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele verbinden.
Wir sind direkt vor der heimischen Haustür in Deutschland aktiv, aber auch auf anderen Kontinenten. Alle Projekte haben das Ziel, die jeweils heimische Natur zu fördern. Gleichzeitig möchten wir das Bewusstsein dafür schärfen, welchen Wert gesunde und naturnahe Wälder für ein verlässliches Klima und den Erhalt der Biodiversität haben.
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