Projektgebiet:

Borneo (Indonesien), Zentral-Kalimantan

Projektart und Zertifizierung:

Schutz von Torfmoorwäldern
VCS und CCB-Gold

CO2-Einbindung:

rund 7,5 Mill. Tonnen pro Jahr

 

Hintergrundinfos:

 

 

Kostbares Biotop statt Akazien-Monokultur: Der Torfmoorwald in Indonesien

Der Regenwald auf der südostasiatischen Insel Borneo ist einer der ältesten und artenreichsten der Welt. Hier, an der Südküste Borneos in der indonesischen Provinz Zentral-Kalimantan, sind tropische Torfmoorwälder beheimatet – sie gehören zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Erde. Angesichts ihrer Bedeutung ist ihr Erhalt für den Klimaschutz von weltweitem Interesse. Das zertifizierte Waldschutzprojekt, das eine Fläche von rund 160.000 Hektar umfasst, hat sich dieser Aufgabe verschrieben.

Wertvolles Biotop Torfmoorwald

Das Projektgebiet ist zu über 90 Prozent mit Torfmoorwald bedeckt – einem besonders wertvollen Ökosystem für das Klima. Die Torfmoorböden im Projektgebiet speichern bis zu 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Der gesamte Torfmoorwald enthält so ein Vielfaches mehr an Biomasse als andere Wälder.
Die schwammartige Beschaffenheit der dortigen Böden sorgt gleichzeitig für eine stabile Wasserversorgung im und um das Projektgebiet herum. Außerdem dienen die Böden als Trinkwasserreservoir für die Bevölkerung und wirken als zuverlässige Barriere gegen das Eindringen von Meerwasser.

Aus Klima-Perspektive besonders schützenswert

Durch die Zerstörung von Torfmoorwäldern werden in Südostasien jährlich große Mengen CO2 freigesetzt. Die Zerstörung hat Folgen: Indonesien rangiert auf der Liste der weltweiten CO2-Emittenten weit vorne.
In den entwaldeten Gebieten entstehen vor allem riesige Palmöl- und Akazienplantagen. Auch die Wälder des Projektgebiets waren von Rodung und Landumwandlung bedroht. Durch ihren Schutz werden über eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren Treibhausgasemissionen von voraussichtlich insgesamt rund 480 Millionen Tonnen vermieden.

Schatzkammer der Biodiversität

Die Region bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Der Wald beherbergt unter anderem die vom Aussterben bedrohten Borneo-Orang-Utans – das Schutzgebiet stellt einen entscheidenden Überlebensfaktor für diese endemische Tierart dar. Nasenaffen und Höckerstörche, ebenfalls bedroht, haben hier ein kostbares Refugium gefunden; der Höckerstorch ist dabei nur eine von über 180 weiteren Vogelarten, die im Projektgebiet leben.

Vielfältige Einbindung der Menschen vor Ort

In den umliegenden Dörfern des Projektgebietes leben rund 45.000 Menschen unter sehr einfachen Bedingungen – größtenteils von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und traditioneller Fischerei.  Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist auf den Verkauf von illegal geschlagenem Holz angewiesen; als eine von wenigen Optionen in dieser von Armut geprägten Gegend.
Das Waldschutzprojekt hat neue Perspektiven geschaffen und ermöglicht zusätzliche Einkommensmöglichkeiten; eine wichtige Säule zur Armutsbekämpfung in der Region. Insgesamt 80 Prozent der Projektmitarbeiter:innen stammen aus angrenzenden Gemeinden. Gemeinsam wurden hier nachhaltige Alternativen geschaffen: Ob im Bereich der Landwirtschaft zum Anbau von Reis in Kombination mit stickstoffspeichernden Hülsenfrüchten wie Bohnen oder der Unterstützung bei der Herstellung und Vermarktung von qualitativ hochwertigem Kokosblütenzucker – einem traditionellen Süßungsmittel in Südostasien.
Umfassende Ausbildungen werden auch im Bereich der Brandprävention finanziert sowie erforderliches Equipment bereitgestellt. So können mögliche Brandherde innerhalb des Projektgebiets schnell erkannt und bekämpft werden. Auch hier sind Menschen im Einsatz, die vorher ihren Lebensunterhalt durch illegales Ernten von Holz verdient haben.  


So ist im indonesischen Regenwald ein ermutigendes Schutzprojekt entstanden, das entscheidend dazu beiträgt, dass die tropischen Regenwälder auf Borneo auch für kommende Generationen erhalten bleiben.