Biodiversität zu schützen bedeutet, biologische Vielfalt – die Grundlage stabiler Ökosysteme – zu erhalten. Sie hilft dabei, natürliche Kreisläufe im Gleichgewicht zu halten und Landschaften widerstandsfähiger gegen Veränderungen zu machen. Gleichzeitig gerät sie weltweit immer stärker unter Druck. Laut dem Weltbiodiversitätsrat IPBES (2019) sind heute rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht.
Ein vielfältiger, biodiverser Wald ist voller Leben. Zwischen alten Bäumen summen Insekten, Spechte klopfen an Totholz und im Boden sorgen unzählige Organismen dafür, dass Nährstoffe verfügbar bleiben. Wenn diese Vielfalt verschwindet, verändern sich ganze Lebensräume – oft leise und über viele Jahre hinweg.
Diese Seite bietet einen Überblick über die wichtigsten Themen rund um Biodiversität, Artensterben und Naturschutz. Von hier aus gelangst du zu weiterführenden Wissensseiten und Einblicken in unsere Waldprojekte.
Warum ist Biodiversität wichtig?
© Florian Melzer
Die Wichtigkeit von Biodiversität zeigt sich oft erst dann, wenn sie verloren geht. Böden trocknen schneller aus, Wälder reagieren empfindlicher auf Hitzeperioden und natürliche Kreisläufe geraten aus dem Gleichgewicht. Für die Stabilität von Ökosystemen ist der Erhalt der Biodiversität also grundlegend.
Besonders deutlich wird das in Wäldern. Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten sind anpassungsfähiger gegenüber Trockenheit und Stürmen als gleichförmige Forstflächen. Gleichzeitig tragen Wälder auch zur Klimaregulation bei, indem sie Kohlenstoff und Wasser speichern.
Auch für Menschen ist biologische Vielfalt unverzichtbar. Sie unterstützt fruchtbare Böden, sauberes Wasser und die Bestäubung vieler Nutzpflanzen. Damit spielt Biodiversität eine wichtige Rolle für die weltweite Ernährungssicherheit.
Mehr dazu findest du auf unserer Wissensseite:
Warum ist Biodiversität in Gefahr?
© Florian Melzer
Weltweit gehen natürliche Lebensräume verloren. Wälder werden gerodet, Moore entwässert und Landschaften intensiv genutzt. Damit verschwinden Rückzugsorte, Nahrungsquellen und Verbindungen zwischen Lebensräumen.
Gleichzeitig verändert die Klimakrise Temperaturen, Niederschläge und ganze Ökosysteme schneller, als sich viele Arten anpassen können. Auch invasive Arten können heimische Lebensgemeinschaften zusätzlich unter Druck setzen, wenn natürliche Gleichgewichte bereits geschwächt sind.
Besonders problematisch wird es dort, wo mehrere Belastungen zusammenkommen: Trockenheit, Monokulturen, Schädlingsbefall und der Verlust natürlicher Lebensräume verstärken sich häufig gegenseitig.
Welche Ursachen hinter dem weltweiten Artensterben stehen und warum Klima- und Biodiversitätskrise eng miteinander verbunden sind, erfährst du hier:
Welche Folgen hat der Verlust der Biodiversität?
Arten verschwinden selten isoliert. Wenn Pflanzen, Insekten oder Pilze aus einem Lebensraum wegfallen, verändert sich oft das gesamte Gleichgewicht. Nahrungsketten geraten unter Druck, Böden speichern weniger Wasser und Ökosysteme verlieren an Stabilität.
Viele dieser Veränderungen beginnen leise. In manchen Regionen werden Frühlingstage stiller, weil weniger Insekten unterwegs sind und damit auch Vogelarten verschwinden.
Die Folgen bleiben nicht auf die natürlichen Prozesse beschränkt. Landwirtschaft, Wasserversorgung, Forstwirtschaft und viele wirtschaftliche Prozesse sind auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Umso wichtiger ist es, Lebensräume frühzeitig zu schützen, bevor ökologische Schäden schwer umkehrbar werden.
Alle relevanten Infos, wie sich Klimawandel und Artensterben gegenseitig beeinflussen findest du auf unserer Seite:
Biodiversität schützen – was wirklich hilft
© ThüringenForst
Wie sich Biodiversität schützen lässt, ist vielerorts längst bekannt. Entscheidend ist, Lebensräume langfristig zu erhalten und widerstandsfähige Ökosysteme zu fördern.
Dazu gehören:
- der Schutz alter Wälder und die Entwicklung naturnaher Flächen,
- vielfältige Mischwälder statt Monokulturen,
- naturnahe Wiederbewaldung,
- nachhaltige Landnutzung,
- die Renaturierung geschädigter Landschaften,
- sowie die Förderung heimischer Arten.
In unseren Projekten setzen wir deshalb bewusst auf natürliche Prozesse. Wir arbeiten mit lokalen Baumschulen sowie regionalem Saatgut und nutzen, wo möglich, vorhandenes Samenpotenzial. So entstehen nach und nach vielfältige Wälder, die sich besser an Standort und Klima anpassen können.
Auch vergleichsweise kleine Maßnahmen können langfristige Wirkung entfalten. In einigen Wiederbewaldungsflächen, bspw. im Schwarzwald, unterstützen Eichelhäher-Kästen die natürliche Verbreitung heimischer Baumarten. So entstehen nach und nach strukturreiche Wälder mit Bäumen unterschiedlichen Altersstufen.
Unsere Projekte für mehr Biodiversität
© PRIMAKLIMA
Seit 35 Jahren engagiert sich PRIMAKLIMA dafür, dass weltweit Bäume gepflanzt, bestehende Wälder geschützt und zerstörte Wälder wieder aufgebaut werden. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen haben wir bereits in 29 Ländern auf 6 Kontinenten Projekte umgesetzt. Dabei wurden über 17 Millionen Baumsetzlinge gepflanzt und Flächen in der Größe von mehr als 9.300 Fußballfeldern bewaldet – das entspricht rund 66 Quadratkilometern.
Unsere Projekte zeigen, wie Biodiversitätsschutz in der Praxis aussieht: langfristig, standortgerecht und zusammengedacht mit Klimaschutz.
Im Projekt Wildnis in Deutschland unterstützen wir natürliche Waldentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Dort bekommen Totholz, alte Bäume und natürliche Dynamiken wieder mehr Raum.
In Sachsen begleiten wir geschädigte Waldflächen dabei, Schritt für Schritt zurückzukehren. Naturverjüngung und Totholz helfen dabei, wieder vielfältige Waldökosysteme entstehen zu lassen.
Auch international steht biologische Vielfalt im Mittelpunkt. In Uganda wird im Kibale-Nationalpark tropischer Regenwald wiederhergestellt – Lebensraum für zahlreiche Arten, darunter Schimpansen. In Vietnam entsteht auf degradierten Dünenflächen wieder ein Küstenwald mit heimischen Baum- und Straucharten.
So verbinden wir wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung aus 35 Jahren Projektarbeit – und geben täglich alles für Wälder, die das Klima schützen, Lebensräume stärken und Biodiversität fördern.
Fazit – Biodiversität schützen heißt Zukunft sichern
© Tobias Wagner
Biologische Vielfalt entsteht nicht kurzfristig. Wälder, Böden und funktionierende Ökosysteme entwickeln sich über Jahrzehnte – manchmal über Jahrhunderte. Gehen Arten und Lebensräume verloren, lässt sich vieles davon nur schwer wiederherstellen. Der weltweite Rückgang der Biodiversität ist deshalb eine akute Bedrohung für stabile Ökosysteme und natürliche Lebensräume.
Biodiversität zu schützen, bedeutet deshalb, langfristig zu denken: natürliche Lebensräume zu erhalten, Wälder widerstandsfähiger zu machen und ökologische Zusammenhänge mitzudenken. Denn biologische Vielfalt ist eine wichtige Grundlage – für funktionierende Ökosysteme, widerstandsfähige Landschaften und letztlich auch für uns Menschen.
Jede vielfältige Fläche, jeder naturnahe Wald und jedes wiederhergestellte Ökosystem trägt dazu bei, Natur stabiler und anpassungsfähiger zu machen.
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