Die Ursachen für den Rückgang der Biodiversität sind klar benennbar: Vor allem die Zerstörung von Lebensräumen, intensive Landnutzung und die Klimakrise treiben den Verlust der biologischen Vielfalt weltweit voran. Wälder werden gerodet, Flächen versiegelt, Landschaften verändert – viele Arten verlieren dadurch ihren Lebensraum oder finden nicht mehr genug Nahrung.

Biodiversität zeigt sich ganz konkret: In Insekten, die Pflanzen bestäuben, in Böden, die Wasser filtern und speichern, oder in Wäldern, die das Klima vor Ort regulieren. Geht sie zurück, hat das spürbare Folgen: Ernten werden unsicherer, Böden trocknen schneller aus und ganze Ökosysteme verlieren an Stabilität.

Laut dem Weltbiodiversitätsrat IPBES (2019) sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht.1 Auf dieser Seite erfahrt ihr die wichtigsten Ursachen des Biodiversitätsverlusts und warum Wälder eine zentrale Rolle dabei spielen, biologische Vielfalt zu erhalten.

Was versteht man unter Biodiversitätsverlust?

Biodiversitätsverlust beschreibt den fortschreitenden Rückgang biologischer Vielfalt – und umfasst weit mehr als das Aussterben einzelner Arten. Gemeint ist der Rückgang auf drei Ebenen: genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Ökosystemvielfalt.

  1. Genetische Vielfalt: Innerhalb einer Art sorgt genetische Vielfalt dafür, dass sich die Individuen an Veränderungen anpassen können. Geht diese Vielfalt verloren, werden Populationen anfälliger. Wenn zum Beispiel Bäume genetisch sehr ähnlich sind, reagieren ganze Bestände gleichzeitig empfindlich auf Trockenheit oder Schädlinge.
  2. Artenvielfalt: Geht die Vielfalt der Arten zurück, hat das direkte Auswirkungen auf Ökosysteme. Verschwinden Insekten wie Wildbienen, fehlen sie bei der Bestäubung vieler Pflanzen. Auch Nahrungsketten geraten aus dem Gleichgewicht, wenn einzelne Arten wegfallen.
  3. Ökosystemvielfalt: Verschwinden ganze Lebensräume wie Moore, Auen oder naturnahe Wälder, gehen mehr als einzelne Arten verloren. Mit den Ökosystemen verschwinden auch zentrale Funktionen – etwa Wasserspeicherung, Nährstoffkreisläufe oder lokale Klimaregulation.3

Die drei Ebenen sind eng miteinander verknüpft. Der Rückgang von Vielfalt auf einer dieser Ebenen wirkt sich auf die anderen beiden aus. Ökologische Gleichgewichte geraten ins Wanken, natürliche Prozesse werden gestört. Diese Entwicklung ist nicht nur global, sondern auch in Deutschland, direkt vor unserer Haustür sichtbar: Laut Umweltzustandsbericht der Bundesregierung (2023) befinden sich rund 70 % der Lebensräume in Deutschland in einem unzureichenden oder schlechten Zustand.4 Das ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, denn die derzeitigen Verlustraten biologischer Vielfalt sind in ihrem Tempo und Umfang kein Zufall. Die Ursachen sind größtenteils menschengemacht – und ihre Folgen längst spürbar. Besonders schwer wiegen die Zerstörung von Lebensräumen, intensive Landnutzung, Entwaldung, Umweltverschmutzung, die Ausbreitung invasiver Arten und die Klimakrise – diese Faktoren zählen zu den größten Treibern für das Artensterben weltweit.

Zerstörung von Lebensräumen: Die größte Bedrohung

Die Zerstörung von Lebensräumen und intakter Natur ist die wichtigste Ursache für den Rückgang der Biodiversität.5 Werden Wälder gerodet, Flächen versiegelt oder Landschaften zerschnitten, verlieren Arten ihren Lebensraum – oft unwiederbringlich.

Weltweit verschwinden jedes Jahr große Flächen natürlicher Ökosysteme. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO, 2023) wurden in den letzten Jahrzehnten jährlich rund 10 Millionen Hektar Wald zerstört 6 – eine Fläche so groß wie Island. Besonders betroffen sind tropische Regenwälder, die zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde zählen. Mit jeder gerodeten Fläche verschwinden nicht nur Bäume, sondern auch komplexe Lebensgemeinschaften, fein abgestimmte Nahrungsketten und lokale Klimaregulation. 

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der global steigende Ressourcenverbrauch. Für Siedlungen, Verkehrswege, Landwirtschaft, Industrie oder Rohstoffabbau werden immer mehr Flächen erschlossen und umgewandelt. 

Doch nicht nur die direkte Zerstörung ist entscheidend. Viele Lebensräume werden fragmentiert, also in kleinere, voneinander getrennte Flächen aufgeteilt. Straßen, Siedlungen oder landwirtschaftliche Nutzflächen durchschneiden ehemals zusammenhängende Ökosysteme. Zurück bleiben isolierte Restflächen, in denen Arten kaum noch langfristig überleben können. Für viele Tierarten bedeutet das: Sie finden keine Partner mehr, ihre Wanderwege sind unterbrochen, Populationen schrumpfen und der genetische Austausch wird erschwert.

Auch in Deutschland ist dieser Prozess sichtbar. Laut Statistischem Bundesamt werden täglich rund 50 Hektar Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen neu genutzt.7 Wo zuvor Wiesen, Wälder oder Feuchtgebiete waren, entstehen Straßen, Gewerbegebiete oder Wohnflächen.

Die Folgen sind konkret: Arten verschwinden lokal oder ganz und ökologische Wechselwirkungen brechen ab. Besonders betroffen sind spezialisierte Arten, die auf bestimmte Lebensräume angewiesen sind – etwa Amphibien in Feuchtgebieten oder Insekten in artenreichen Wiesen.

Globale Zerstörung von Wäldern in den vergangenen drei Jahrzehnten (1990-2020)

Seit 1990 sind weltweit rund 178 Millionen Hektar Wald verloren gegangen. Gleichzeitig zeigt sich eine vorsichtige Entwicklung: Die jährliche Netto-Waldverlustrate ist von 7,8 Millionen Hektar in den 1990er-Jahren auf 4,7 Millionen Hektar zwischen 2010 und 2020 gesunken.8

Das liegt unter anderem daran, dass Entwaldung in einigen Regionen abnimmt. In anderen wächst wieder Wald – durch gezielte Aufforstung und natürliche Ausbreitung. Diese Entwicklung macht deutlich: Der Verlust ist weiterhin gravierend, doch konsequenter Waldschutz und Wiederbewaldung können einen Unterschied machen. So wachsen nicht nur Bäume nach, sondern auch neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. 

Landwirtschaftliche Intensivierung und Monokulturen

Die intensive Art, wie wir heute Landwirtschaft betreiben, zählt laut Umweltbundesamt zu den wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Biodiversität.9 Vor allem die Industrialisierung der Landwirtschaft und der großflächige Anbau von Monokulturen lassen wenig Raum für Vielfalt.

Monokulturen – also der Anbau einer einzigen Pflanzenart auf großen Flächen – prägen heute weite Teile der Agrarlandschaft.10 Was zunächst effizient erscheint, hat weitreichende ökologische Folgen: Es fehlen Nahrungsquellen, Rückzugsorte und Strukturreichtum. Vielfältige Landschaften werden durch gleichförmige Flächen ersetzt, in denen kaum noch unterschiedliche Arten Platz finden.

Hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln. Sie sollen Erträge sichern, greifen aber tief in natürliche Prozesse ein.11 Pestizide töten nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Insekten wie Wildbienen oder Schmetterlinge. Düngemittel verändern Böden und Gewässer – mit Folgen für Pflanzen, Mikroorganismen, Wildtiere und ganze Nahrungsketten.

Die Entwicklung lässt sich klar belegen: Insektenpopulationen stehen durch intensive Landwirtschaft unter starkem Druck. Mit direkten Folgen für Bestäubung, Ernteerträge und viele weitere Arten, wie zum Beispiel Vögel. Laut Europäischer Umweltagentur sind die Bestände vieler Feldvogelarten in Europa seit 1980 um mehr als 50 % zurückgegangen.12 Ein Grund: Ihnen fehlt Nahrung, weil Insekten verschwinden – und geeigneter Raum für Fortpflanzung und Rückzug in stark genutzten Agrarlandschaften.

 

Monokultur vs. naturnaher Mischwald

Um dem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken, braucht es eine grundlegende Transformation hin zu naturverträglicheren Landnutzung – sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Forstwirtschaft. 

Besonders deutlich wird das im Vergleich zwischen einseitigen und vielfältigen Nutzungssystemen: Während Monokulturen – ob auf Ackerflächen oder in Wäldern – oft strukturarm und anfällig sind, bieten vielfältige, naturnahe Wälder bessere Bedingungen für zahlreiche Arten und bestimmen maßgeblich, ob Lebensräume erhalten bleiben oder verschwinden.

Ein zentraler Unterschied zeigt sich im Vergleich zwischen Monokulturen und naturnahen Mischwäldern:

Die Tabelle zeigt die unterschiedlichen Aspekte von Monokultur und naturnahem Mischwald.
Aspekt Monokultur Naturnaher Mischwald
Artenvielfalt sehr gering hoch
Stabilität gegenüber Klimastress gering (anfällig für Dürre und Schädlinge) deutlich höher
Bodenqualität oft degradiert durch intensive Nutzung stabil, hohe biologische Vielfalt und Aktivität
Pestizidbedarf hoch gering bis keiner
Kohlenstoffspeicher begrenzt deutlich höher
Widerstandsfähigkeit niedrig hoch

 

Der in der Tabelle dargestellte Unterschied ist nicht nur messbar, sondern direkt sichtbar und erlebbar: In vielfältigen Landschaften entstehen wieder Lebensräume. Hecken, Blühflächen oder Mischwälder bieten Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten für zahlreiche Arten.13

Zwischen hohem Farn steht eine einzelne Person

„Letztes Jahr stand ich zwischen den Fichtenreihen einer Monokultur – und nur wenige Meter weiter in einem Bereich, der sich zu einem naturnahen Wald entwickelt. Der Unterschied war direkt spürbar: Dort starre Gleichförmigkeit, hier Summen, Rascheln und Vielfalt.“ Leonie Bauer (PRIMAKLIMA-Team)

Praxisbeispiele zeigen, wie sich Veränderungen konkret auswirken: Wo zuvor monotone Flächen dominierten, entstehen durch naturnahe Aufforstung wieder strukturreiche Wälder. Auf ehemaligen Nutzflächen in Sachsen entwickeln sich neue Lebensräume – und mit ihnen kehren Insekten, Vögel und Bodenorganismen zurück. Das macht sichtbar: Biodiversität kann sich erholen, wenn Ökosysteme wieder vielfältiger werden.

Mehr zum Aufforstungsprojekt in Sachsen

Klimakrise – zusätzliche Last für bedrohte Arten

Neben der Zerstörung von Lebensräumen und intensiver Landnutzung wirkt die Klimakrise als zusätzlicher Verstärker des Biodiversitätsverlusts. Die Klimakrise verändert Temperatur, Niederschläge und Jahreszeiten – zentrale Faktoren, von denen das Überleben vieler Arten abhängt. Viele Ökosysteme reagieren schneller darauf, als sich Arten anpassen können. Erfahre auf unserer Wissensseite mehr über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität.

Invasive Arten – unterschätzte Treiber des Biodiversitätsverlusts

Invasive Arten (Neobiota) sind gebietsfremde Arten, die durch menschlichen Einfluss in neue Regionen gelangen und sich dort stark ausbreiten. Sie verdrängen heimische Arten, verändern Lebensräume und stören ökologische Gleichgewichte. Dadurch zählen sie zu den wichtigen Treibern des Biodiversitätsverlusts weltweit.14 

Ein Beispiel aus dem Kibale-Nationalpark in Uganda ist das Wandelröschen (Lantana camara): Die farbenfrohe, stark wuchernde Pflanze (wie hier im Bild zu sehen) verdrängt heimische Arten und hemmt durch chemische Stoffe das Wachstum junger Bäume. Im Projektgebiet wird sie daher gezielt entfernt – durch Ausreißen und Zurückschneiden. Gleichzeitig zeigt sich: Wo sich wieder geschlossene Baumkronen entwickeln, breitet sich Lantana camara deutlich schlechter aus. Naturnahe Wiederbewaldung wird so selbst zu einem wirksamen Mittel gegen invasive Arten.

Warum Wälder als Schlüssel zum Erhalt der Biodiversität gelten

Wälder gehören zu den wichtigsten Lebensräumen der Erde. Sie verbinden Klimaschutz, Wasserspeicherung und Artenvielfalt – und spielen damit eine zentrale Rolle beim Erhalt der Biodiversität.

Rund 80 % aller landlebenden Tier- und Pflanzenarten sind direkt oder indirekt auf Wälder angewiesen.15 

Entscheidend ist dabei nicht nur, dass Wald vorhanden ist – sondern wie er aufgebaut ist. Naturnahe Wälder zeichnen sich durch strukturelle Vielfalt aus: unterschiedliche Baumarten, verschiedene Altersstufen und Totholz schaffen Lebensräume für zahlreiche Arten. So greifen ökologische Prozesse ineinander – von der Bodenbildung über Nährstoffkreisläufe bis hin zur natürlichen Regulation von Schädlingen.

Diese Vielfalt macht Wälder widerstandsfähiger. Studien zeigen, dass artenreiche Mischwälder besser mit Extremwetter, Krankheiten und Schädlingsbefall umgehen können als Monokulturen.16 Gleichzeitig speichern sie langfristig mehr Kohlenstoff und tragen damit wirksam zum Klimaschutz bei.

Zugleich übernehmen Wälder eine wichtige Verbindungsfunktion: Sie vernetzen Lebensräume und ermöglichen Wanderbewegungen von Arten. Intakte Waldökosysteme bieten Rückzugsräume, in denen Arten auf veränderte Bedingungen reagieren können.

Gleichzeitig stehen viele Wälder weltweit unter Druck – durch Abholzung, intensive Nutzung oder Umwandlung in Monokulturen. Dabei geht nicht nur Fläche verloren, sondern auch die ökologische Qualität dieser Lebensräume.

Der Schutz und die Wiederherstellung naturnaher Wälder gehören daher zu den wirksamsten Maßnahmen, um Biodiversität zu erhalten. Wo Wälder sich vielfältig entwickeln können, entstehen stabile Ökosysteme, die sowohl Arten schützen als auch zentrale Funktionen für Klimaschutz und Wasserhaushalt erfüllen.

Die Rolle von PRIMAKLIMA – 35 Jahre Erfahrung in Aufforstung, Waldschutz und dem Wiederaufbau zerstörter Wälder

PRIMAKLIMA gibt es seit mittlerweile 35 Jahren. Seitdem heißt es: Unsere Wirkung wächst aus Wäldern. Unser Ziel ist es, Ökosysteme zu stärken, die sowohl zum Klimaschutz beitragen als auch Lebensräume für zahlreiche Arten sichern.

Unsere Projekte umfassen Aufforstung, Wiederbewaldung, naturnahe Waldentwicklung und Waldschutz. Dabei stehen gesunde und naturnahe Wälder im Fokus – mit standortgerechten Baumarten, struktureller Vielfalt und langfristiger Perspektive.

In Sachsen und Niedersachsen entstehen naturnahe Mischwälder, die sich an natürlichen Prozessen orientieren und Lebensräume für Insekten, Vögel und Bodenorganismen bieten. Auch international, etwa in Uganda, Vietnam, Papua-Neuguinea oder Nicaragua, werden Wälder geschützt und wiederhergestellt – in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und mit Blick auf langfristige Nutzung und Erhalt.

Diese Projekte zeigen: Gesunde Wälder wirken gegen den Rückgang der Biodiversität. Wälder können ihre Funktion für Klima, Wasser und Artenvielfalt nur erfüllen, wenn sie ökologisch intakt sind.
 

Lerne alle Waldprojekte kennen

Gegenmaßnahmen und Handlungsmöglichkeiten

Der Rückgang der Biodiversität ist menschengemacht – und damit veränderbar. Entscheidend ist, wie wir Flächen nutzen, Ressourcen verbrauchen und politische Rahmenbedingungen gestalten.

Zwei zentrale Ansatzpunkte werden dabei besonders deutlich: Die intensive Landwirtschaft zählt zu den wichtigsten Treibern des Biodiversitätsverlusts. Gleichzeitig zeigt sich hier, dass eine vielfältigere, naturverträgliche Landnutzung Ökosysteme stabilisieren und Artenvielfalt langfristig erhalten kann. Auch der Verlust von Lebensräumen spielt eine zentrale Rolle. Wo Flächen erhalten, vernetzt oder wiederhergestellt werden, können sich Artenbestände erholen und ökologogische Zusammenhänge wieder stabilisieren. 

Daraus ergeben sich konkrete Handlungsmöglichkeiten: Im Alltag können wir durch bewusste Entscheidungen dazu beitragen, den Druck auf Ökosysteme zu reduzieren. Eine nachhaltigere Ernährung, der Verzicht auf Pestizide im eigenen Umfeld und die Förderung naturnaher Strukturen wie Blühflächen oder Hecken schaffen Lebensräume für viele Arten.

Gleichzeitig braucht es strukturelle Veränderungen: den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen, eine nachhaltigere Land- und Forstwirtschaft sowie politische Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene.

Auch die Unterstützung von Klima- und Naturschutzprojekten spielt eine wichtige Rolle. Initiativen wie die verschiedenen Waldprojekte von PRIMAKLIMA tragen dazu bei, Lebensräume langfristig zu sichern und Biodiversität zu fördern.


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Fazit – Was du tun kannst: Klimaschutz, Waldschutz & Aufforstung

Der Rückgang der Biodiversität ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Lebensraumverlust, intensive Landnutzung und die Klimakrise greifen ineinander – und setzen Ökosysteme weltweit unter Druck.

Gleichzeitig sehen wir in unseren Projekten täglich: Biodiversität kann sich erholen, wenn Lebensräume geschützt, vernetzt und naturnah entwickelt werden. Wälder spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie Biodiversität, CO2-Einbindung, gesunde Böden und einen ausgeglichenen Wasserhaushalt miteinander verbinden.

Jede Entscheidung zählt – im Alltag, in der Politik und durch die Unterstützung wirksamer Projekte. Der Schutz der Biodiversität ist damit keine abstrakte Aufgabe, sondern eine konkrete Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema: Ursachen für den Rückgang der Biodiversität

Der Klimawandel verändert Lebensräume schneller, als sich viele Arten anpassen können. Steigende Temperaturen, häufigere Extremwetter und verschobene Jahreszeiten führen dazu, dass Arten ihren Lebensraum verlieren oder nicht mehr ausreichend Nahrung finden. Dadurch geraten ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht.

Weitere Infos zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität findest du auf unserer Wissensseite

Biodiversität ist die Grundlage funktionierender Ökosysteme. Sie sichert Bestäubung, fruchtbare Böden, sauberes Wasser und ein stabiles Klima. Ohne biologische Vielfalt geraten diese natürlichen Prozesse unter Druck – mit direkten Folgen für Mensch und Umwelt.

Die wichtigsten Ursachen sind die Zerstörung von Lebensräumen, intensive Landwirtschaft, Umweltverschmutzung und die Klimakrise. Diese Faktoren wirken zusammen und verstärken sich gegenseitig.

Biodiversität können wir schützen, indem Lebensräume wir erhalten und wiederherstellen, Flächen nachhaltiger nutzen und natürliche Ökosysteme stärken. Auch bewusste Entscheidungen und nachhaltiger Konsum im Alltag können dazu beitragen.

Wälder bieten Lebensraum für einen Großteil aller landlebenden Arten. Naturnahe Wälder stabilisieren Ökosysteme, speichern CO2 und tragen dazu bei, Artenvielfalt langfristig zu erhalten.

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Portraitaufnahme von Jan Tenbrock und Leon Barthel

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Quellen und weitere Informationen

1 Weltbiodiversitätsrat IPBES (2019): Media Release: Nature’s Dangerous Decline ‘Unprecedented’; Species Extinction Rates ‘Accelerating’.

2 Convention on Biological Diversity, Article 2 (1992): Übereinkommen über die biologische Vielfalt; Umweltbundesamt (2021). Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD).

3 SCNAT (ohne Jahr): Mehr als Artenvielfalt | Biodiversität erklärt.

4 Bundesumweltministerium (2023). Umweltzustandsbericht 2023. 

5 Klotz et al. (2023). Biodiversität und Naturschutz im Klimawandel. 

6, 15 Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO (2020): Global Forest Resources Assessment 2020 – Key Findings.

7 Statistisches Bundesamt (2025): Siedlungs- und Verkehrsfläche wächst jeden Tag um 51 Hektar.

8 Statista (2020): Jährliche Veränderung der globalen Waldfläche bis 2020. 

9, 11 Umweltbundesamt (2024): Gefährdung der Biodiversität.

10 Europäisches Parlament (2020): Verlust der Biodiversität: Ursachen und folgenschwere Auswirkungen.

12 Europäische Umweltagentur EEA (2022): Common bird index in Europe | Indicators.

13, 16 Felton et al. (2016): Replacing monocultures with mixed-species stands. 

14 Bundesamt für Naturschutz (ohne Jahr): Neobiota.