Die Ursachen für das Schwinden der Ökosysteme sind aber noch vielfältiger. Für die Viehaltung wurden hier in den letzten Jahrzehnten große Waldflächen gerodet. Regelrecht aus den sensiblen Regenwäldern herausgeschnitten, entstanden so neue Farmen. Nicht auf nachhaltiges Wirtschaften ausgelegt ging es nur darum, innerhalb kürzester Zeit möglichst viel aus einer Fläche rauszuholen. Reichte das Weideland nicht mehr aus, wurde weitergezogen. Landspekulationen taten ihr Übriges, um Natur und Mensch in Bedrängnis zu bringen.

Was in Boaco auf dem Spiel steht, ist mehr als eine auf den ersten Blick schöne Gegend, die erstaunlicherweise vom Tourismus bisher kaum vereinnahmt wurde. Vor allem der tropische Nebelwald im Naturschutzgebiet Cerro Mombachito - La Vieja ist als seltenes Ökosystem kaum zu überschätzen. Die meiste Zeit des Jahres herrscht hier Nebel oder Sprühregen, der die sensible Vegetation mit der notwendigen Feuchtigkeit versorgt. Schützenswerte Moose, Flechten und Farne bilden dichten, krautigen Unterwuchs unter den imposanten, kohlenstoffspeichernden Regenwaldbäumen. Gegenseitig versorgen sie sich mit essentiellen Nährstoffen und bilden so ein kostbares Habitat für außergewöhnliche Arten. Endemische Orchideenarten, wie die Maxillaria mombachoensis (Orchidaceae), sind auf diesen besonderen Lebensraum angewiesen. Stolz präsentieren sie hier ihre farbintensiven, geschwungenen Blütenblätter, während Quetzal-Vögel lebensfroh von den Ästen trällern. Noch finden sie hier Schutz. Aber der Druck auf die letzten verbleibenden Regenwaldflächen wird immer größer.

Große Waldflächen sind in Boaco bereits verschwunden. Einer Region, in der die geographischen Gegebenheiten für fruchtbare und stabile Wälder kaum gefördert werden. Wälder, von denen auch die Menschen nachhaltig profitieren könnten. Aber noch ist es nicht zu spät, gemeinsam mit der Natur neue Wälder zu schaffen, so auch die ursprünglichen Wälder der Region zu schützen und den Menschen in Boaco echte Perspektiven zu ermöglichen. Denn gemeinsam mit den Farmer:innen pflanzen wir in Boaco neue Bäume. Und filtern dadurch schädliches CO2 aus der Luft.
Die an dem Projekt teilnehmenden Kleinbauernfamilien aus der Region forsten brachliegende Flächen ihres Landes wieder auf. Für das Pflanzen und die anschließende Pflege der Bäume erhalten sie faire, regelmäßige Zahlungen, durch die sie ihre Einkommen diversifizieren können. Und endlich wieder Sicherheit erleben. Rund 55 Hektar Wald werden so entstehen können – und in den nächsten Jahren werden es noch viel mehr werden. Denn schon für das nächste Jahr ist klar, dass sich noch mehr Familien anschließen möchten. Auch ihre Böden werden sich so sukzessive erholen können, wertvolles Wasser speichern und die Menschen so vor extremen Dürreperioden schützen. Langfristig bringt auch der Verkauf von Holz zusätzliche Einnahmen, wobei der Wald als Ganzes immer bestehen bleibt. Ein vielfältiger Mischwald der dazu beitragen wird, die Klimakrise abzuschwächen. Denn das hier gebundene CO2 wird in der Summe die Atmosphäre entlasten – und so auch einen wertvollen Beitrag zur Klimagerechtigkeit leisten.

 

Kontrolliert und zertifiziert durch die schottische Plan Vivo Foundation. Der Plan Vivo Standard berücksichtigt sowohl die Kohlenstoffeinbindung als auch die Erreichung sozialer Verbesserungen und die Überprüfung der Biodiversitätssteigerung.

 

Ihre Spende wird vorrangig in Ihrem Wunschprojekt eingesetzt. Bei Spendeneinnahmen, die über den Finanzierungsbedarf hinausgehen, wird die Spende für andere dringende PRIMAKLIMA-Projekte eingesetzt. Jede eingehende Baumspende finanziert die Pflanzung mindestens eines Baumes in der jeweiligen Region. Weitere Informationen finden Sie unter Transparenz. 



Es fehlen noch 24.398 von 108.972 Bäumen