Stand: 09/2026
Bei Waldbränden durch Klimawandel geht es nicht darum, dass die Klimakrise selbst ein Feuer entzündet. Die Zündquelle ist häufig menschengemacht; der Klimawandel kann jedoch die Bedingungen verschärfen, unter denen sich ein Brand ausbreitet. Wie schnell die Gefahr durch Waldbrände nahe kommen kann, zeigte der Sommer 2026 u.a. im Westen Deutschlands: Im Hürtgenwald brannten rund 300 Hektar Wald – nach Angaben der Feuerwehr wohl der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.1 Wenige Tage später waren im grenznahen Hohen Venn in Belgien laut wallonischer Regierung mehr als 3.300 Hektar des Naturparks betroffen.2 Gleichzeitig kämpften Frankreich und Spanien mit schweren Bränden.
Wie konnte es dazu kommen? Denn ein Funke allein macht noch keinen Waldbrand. Ob die Flammen schnell wieder erlöschen oder sich über große Flächen ausbreiten, hängt vor allem von den Bedingungen vor Ort ab, auf die sie treffen. Genau hier kommen Waldbrände und Klimawandel zusammen: Die Klimakrise begünstigt vielerorts Hitze und Trockenheit – und damit gefährliches Feuerwetter.3
Inhaltsverzeichnis:
- Wie entstehen Waldbrände?
- Was haben Waldbrände mit dem Klimawandel zu tun?
- Waldbrände in Deutschland, Europa und weltweit
- Aber global brennt es doch weniger – wie passt das zusammen?
- Folgen von Waldbränden
- Warum unsere Wälder so leicht brennen
- Was gegen Waldbrände hilft
- Was jede:r Einzelne tun kann
- Fazit – Wälder brauchen jetzt Unterstützung
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema: Waldbrände durch Klimawandel
Wie entstehen Waldbrände?
(Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Waldbrandstatistik 2025)
Damit Waldbrände entstehen, braucht es drei Dinge: brennbares Material, Sauerstoff und eine Zündquelle. Dieses sogenannte Feuerdreieck beschreibt die Grundvoraussetzungen von Bränden im Allgemeinen. Im Wald sind Gräser, Laub, Nadeln und Holz brennbares Material, Sauerstoff ist in der Luft vorhanden. Fehlt also noch die Zündquelle. Sie kann natürliche Ursachen haben, etwa einen Blitzschlag. Wobei natürliche Auslöser wie Blitzschläge laut Umweltbundesamt 2025 lediglich für rund zwei Prozent der Waldbrände in Deutschland verantwortlich waren. Menschliches Handeln spielt eine wesentlich größere Rolle. Die Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) weist für 2025 folgende Ursachen aus: 27,1 % Fahrlässigkeit, 19,3 % Vorsatz (also Brandstiftung), 5,0 % sonstige Einwirkungen. Bei 46,3 % der Brände blieb die Ursache unbekannt.⁴
Was haben Waldbrände mit dem Klimawandel zu tun?
Hier kommt der menschengemachte Klimawandel ins Spiel. Er begünstigt höhere Temperaturen, längere Trockenperioden, ausbleibende Niederschläge und dadurch geringe Luftfeuchtigkeit. Dadurch verlieren Pflanzen und abgestorbenes Material an Feuchtigkeit – und der Wald wird leichter entzündlich. Kommt Wind hinzu, kann er ein entstandenes Feuer zusätzlich anfachen und seine Ausbreitung beschleunigen. Fachleute fassen solche brandbegünstigenden Bedingungen unter dem Begriff Feuerwetter zusammen.⁵
Wie hoch die witterungsbedingte Waldbrandgefahr in Deutschland ist, zeigt der Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In seine Berechnung fließen unter anderem Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlag ein. Der DWD unterscheidet fünf Stufen: von 1 für sehr geringe bis 5 für sehr hohe Gefahr.⁶ Der Index sagt nicht voraus, ob tatsächlich ein Feuer entzündet wird. Er beschreibt das meteorologische Potenzial für Waldbrandgefahr, konkrete regionale Warnungen und Verbote liegen in der Zuständigkeit der Behörden.
Doch lässt sich überhaupt nachweisen, dass die Klimakrise die Waldbrandgefahr erhöht? Genau damit beschäftigt sich die Attributionsforschung. Forschende vergleichen dabei vereinfacht gesagt die heutige, erwärmte Welt mit einer Welt ohne menschlichen Einfluss auf das Klima.
Eine Analyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution (WWA) untersuchte auf diese Weise das extreme Feuerwetter in Spanien und Frankreich im Juli 2026. Das Ergebnis: Die Bedingungen sind durch die menschengemachte Erwärmung in Zentralspanien heute mindestens 20-mal so wahrscheinlich, im Südwesten Frankreichs mindestens doppelt so wahrscheinlich, verglichen mit dem vorindustriellen Niveau.3 Die Studie weist damit nicht nach, dass die Klimakrise einen konkreten Brand verursacht hat. Untersucht werden die Bedingungen, unter denen Feuer leichter entstehen und sich ausbreiten können.
Gleichzeitig weitet sich das Zeitfenster aus, in dem gefährliche Brandbedingungen auftreten können. Nach Angaben der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) treten schwere Waldbrände in Europa inzwischen auch früher und später im Jahr auf als bislang üblich. Als typische Feuersaison galt lange der Zeitraum von Anfang Juni bis Mitte September.⁷ Forschende des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigen zudem für Ostaustralien und Westnordamerika, dass sich auch global Feuerwettersaisons zunehmend überschneiden.⁵ Das wird zum Problem, wenn mehrere Regionen zur gleichen Zeit Löschflugzeuge und Einsatzkräfte benötigen und die Kapazitäten dadurch überfordert werden.
DWD-Waldbrandgefahrenindex
| Index | Gefahrenstufe |
|---|---|
| 1 | sehr geringe Gefahr |
| 2 | geringe Gefahr |
| 3 | mittlere Gefahr |
| 4 | hohe Gefahr |
| 5 | sehr hohe Gefahr |
Der Deutsche Wetterdienst berechnet während der Waldbrandsaison täglich den Waldbrandgefahrenindex. Stufe 1 steht für eine sehr geringe, Stufe 5 für eine sehr hohe witterungsbedingte Gefahr. Der menschengemachte Klimawandel erhöht die Zahl der Tage mit hoher Waldbrandgefahr. Der Index sagt nicht voraus, ob tatsächlich ein Feuer ausbricht.
Waldbrände in Deutschland, Europa und weltweit
© @fire Internationaler Katastrophenschutz
Stand: 09/2026
Wie viele Waldbrände es gibt und wie groß die betroffenen Flächen sind, schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Das zeigt schon der Blick auf Waldbrände in Deutschland: 2025 registrierte die BLE 1.175 Brände auf insgesamt 2.626 Hektar.⁴ Die Zahl der Brände lag damit nahe am langjährigen Mittel von 1.139. Die betroffene Fläche war dagegen etwa dreimal so groß wie der Durchschnitt von 844 Hektar für die Jahre 1991 bis 2024. Auch innerhalb Deutschlands gibt es deutliche Unterschiede. Brandenburg verzeichnete laut BLE 2025 mit 317 Fällen die meisten Waldbrände. Die größte Brandfläche entfiel auf Sachsen: Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) waren dort 1.894 Hektar betroffen, davon allein 1.867 Hektar durch den Großbrand in der Gohrischheide.⁸
Europa erlebte 2025 ebenfalls ein außergewöhnliches Waldbrandjahr. Das European Forest Fire Information System (EFFIS) der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission erfasste in der EU rund 1,08 Millionen Hektar verbrannte Fläche – den höchsten Wert seit Beginn dieser Zeitreihe im Jahr 2006.⁷ Allein im August 2025 dokumentierte das JRC in Spanien und Portugal 22 nahezu gleichzeitig entstandene, sehr große Brände.⁷
Und wie verhält es sich mit Waldbränden weltweit? Eine Studie von Forschenden der Universität Tasmanien zeigt für die Jahre 2003 bis 2023, dass sich die Häufigkeit besonders energiereicher Extrembrände mehr als verdoppelt hat.⁹ Das bedeutet allerdings nicht, dass sich auch die Zahl aller Waldbrände verdoppelt hätte.
Die Zahlen zu Waldbränden in Deutschland, Europa und weltweit lassen sich ohnehin nur mit Vorsicht direkt miteinander vergleichen, denn nicht jede Statistik erfasst dasselbe. EFFIS erfasst beispielsweise nicht ausschließlich Wald, sondern auch andere Vegetationsflächen. Nationale Statistiken und satellitengestützte Datensätze arbeiten zudem mit unterschiedlichen Methoden und unterschiedlichen Mindestgrößen der Brände.⁴ ⁷
Aber global brennt es doch weniger – wie passt das zusammen?
Auf den ersten Blick scheint es ein Widerspruch zu sein: Die Klimakrise verschärft die Waldbrandgefahr – und trotzdem ist die weltweit verbrannte Gesamtfläche langfristig zurückgegangen. Beides kann gleichzeitig stimmen.
Ein wichtiger Teil der Erklärung steckt darin, welche Flächen überhaupt brennen. Einen großen Anteil am weltweiten Brandgeschehen haben Savannen und Graslandschaften, die in globalen Statistiken gemeinsam mit Wäldern erfasst werden. Eine von NASA-Forschenden geleitete und in Science veröffentlichte Studie ermittelte für die Jahre 1998 bis 2015 einen Rückgang der weltweit verbrannten Fläche um rund ein Viertel. Besonders deutlich war diese Entwicklung in Savannen und Graslandschaften.¹⁰ Grund dafür sind u.a. Veränderungen in der Landnutzung: Werden Landschaften etwa durch Landwirtschaft, Straßen oder andere menschliche Eingriffe stärker fragmentiert, können sich Feuer dort weniger weit ausbreiten.
Gleichzeitig wirkt die Klimakrise in die entgegengesetzte Richtung. Ein Forschungsteam unter Beteiligung des britischen Met Office untersuchte diese gegenläufigen Einflüsse mithilfe globaler Feuermodelle. Für den Zeitraum 2003 bis 2019 kam die Modellierung zu dem Ergebnis, dass die Klimakrise die globale Brandfläche um 15,8 Prozent erhöhte. Andere menschliche Einflüsse reduzierten sie im selben Zeitraum modelliert um 19,1 Prozent.¹¹
Die weltweit verbrannte Fläche allein sagt deshalb noch nicht, wie sich Waldbrände entwickeln. Es macht einen Unterschied, ob eine Savanne, ein borealer Wald oder ein Waldgebiet in Südeuropa brennt – aber auch, wie intensiv ein Feuer ist und wie gut sich das Ökosystem anschließend erholen kann.
Folgen von Waldbränden
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Ein Waldbrand hinterlässt sichtbare Spuren. Verkohlte Stämme und kahle Flächen erzählen allerdings noch nicht die ganze Geschichte. Wenn ein Wald brennt, verschwinden nicht nur Bäume. Ein Feuer kann Lebensräume verändern, gespeicherten Kohlenstoff freisetzen, Böden schädigen – und über seinen Rauch sogar Menschen erreichen, die Hunderte oder Tausende Kilometer vom eigentlichen Brand entfernt leben. Wie schwer die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen von Waldbränden sind, hängt stark vom jeweiligen Feuer und vom betroffenen Ökosystem ab. Ein Bodenfeuer wirkt anders als ein intensiver Kronenbrand. Auch Größe, Dauer, Häufigkeit und die Regenerationsfähigkeit des Ökosystems spielen eine Rolle.
Für das Klima sind Waldbrände gleich in zweifacher Hinsicht relevant. Bei der Verbrennung gelangt gespeicherter Kohlenstoff als CO₂ in die Atmosphäre. Gleichzeitig kann Wald verloren gehen, der zuvor CO₂ aufgenommen hat. Das UBA weist deshalb darauf hin, dass Brände auch die Funktion betroffener Wälder als Kohlenstoffsenke beeinträchtigen können.⁸ Wie sich die Bilanz langfristig entwickelt, hängt unter anderem davon ab, welcher Wald anschließend nachwächst.
Auch die Biodiversität ist stark betroffen: Tiere verlieren Rückzugsorte und Lebensraum, Pflanzen und Samen verbrennen. Besonders intensive oder häufig wiederkehrende Feuer können die Erholung erschweren.⁸ Mehr dazu erfährst du auf unseren Seiten zur Biodiversität und zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität.
Spannend zu wissen ist: In manchen Ökosystemen gehören Brände zur natürlichen Dynamik und können sogar Lebensräume für spezialisierte Arten schaffen.¹⁰ Entscheidend ist dabei aber, dass es sich um natürliche Brände handelt – während klimawandelbedingte Großbrände schwere ökologische Schäden verursachen.
Die Spuren eines Feuers reichen zudem in den Boden- und Wasserhaushalt. Wo schützende Vegetation fehlt, kann Regen Erde abtragen und Sedimente in Gewässer spülen. Eine Untersuchung des European Soil Data Centre zu den europäischen Waldbränden von 2017 ermittelte im ersten Jahr nach den Feuern einen deutlichen Anstieg der modellierten Bodenerosion. Selbst fünf Jahre später war das Ausgangsniveau insgesamt noch nicht wieder erreicht.¹²
Und schließlich endet ein Waldbrand nicht dort, wo die Flammen aufhören. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann Waldbrandrauch tausende Kilometer zurücklegen. Besonders problematisch ist der darin enthaltene Feinstaub PM2,5: Die winzigen Partikel können tief in die Lunge gelangen und können unter anderem Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen.¹³ So kann ein Waldbrand auch für Menschen zum Gesundheitsrisiko werden, die weit entfernt vom Brandgebiet leben.
Warum unsere Wälder so leicht brennen
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Nicht jeder Wald reagiert gleich auf Hitze, Trockenheit und Feuer. Dabei entscheidet aber nicht eine einzelne Baumart darüber, ob ein Wald brennt. Standort, Waldstruktur, Wetter und die Feuchtigkeit des vorhandenen Brennmaterials wirken dabei zusammen.
Die Zusammensetzung eines Waldes spielt trotzdem eine Rolle. Das UBA beschreibt besonders junge, lichte Nadelbestände mit dichter Bodenvegetation als gefährdet.⁸ Trockene Nadelstreu und feine Zweige, etwa in Kiefern- oder Fichtenbeständen, können die Ausbreitung eines Feuers begünstigen.¹⁴ Strukturreichere Wälder mit standortgerechten Baumarten können deshalb ein wichtiger Teil der Vorsorge sein – doch brandsicher werden auch sie nicht.
Besonders differenziert muss man Totholz betrachten. Nach Dürre, Stürmen oder Borkenkäferbefall kann viel davon im Wald zurückbleiben. Eine Wissenssynthese im Auftrag der Europäischen Kommission zeigt jedoch, dass nicht jedes Totholz gleich wirkt: Große Holzstücke speichern viel Wasser, brennen dadurch langsam und tragen meist weniger zur Feuerintensität bei als feines, trockenes Material wie Nadeln und Zweige.¹⁴ Gleichzeitig ist Totholz wertvoller Lebensraum und gehört zu naturnahen Wäldern.
Manchmal erschwert nicht der Wald selbst, sondern seine Vergangenheit, die Brandbekämpfung. Auf ehemaligen Militärflächen können Kampfmittel im Boden liegen. Der Waldbrandbericht Brandenburg dokumentiert, dass notwendige Sicherheitsabstände direkte Löscharbeiten einschränken können.¹⁵ Auch beim Großbrand in der sächsischen Gohrischheide erschwerte Altmunition laut UBA die Löscharbeiten.⁸
Was gegen Waldbrände hilft
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Waldbrandprävention beginnt lange bevor es brennt. Und wenn ein Feuer große Schäden hinterlassen hat, stellt sich eine zweite Frage: Wie kann sich dort wieder ein Wald entwickeln? Patentrezepte gibt es für beides nicht, doch jede einzelne Maßnahme ist ein Teil der Lösung.
- Die Klimakrise begrenzen: Weniger Treibhausgasemissionen helfen langfristig dabei, eine weitere Verschärfung klimatischer Brandbedingungen zu begrenzen.3 Hier sind wir also direkt in der Ursachenbekämpfung.
- Wälder naturnah entwickeln: Das UBA nennt den Umbau von Nadelbaummonokulturen zu strukturreichen Mischwäldern mit hohem Laubholzanteil als einen Ansatz der Waldbrandvorsorge.⁸ Entscheidend ist, dass Baumarten und Waldstruktur zum jeweiligen Standort passen.
- Brände verhindern und früh erkennen: Zündquellen vermeiden, gefährdete Waldgebiete überwachen und dafür sorgen, dass Löschwasserstellen und Einsatzwege erreichbar sind.¹⁵
- Wälder nach dem Brand wieder aufbauen: Welche Bäume kommen von selbst zurück? Wo ist Saat sinnvoll, wo braucht es Pflanzungen? Die Antworten können von Fläche zu Fläche unterschiedlich ausfallen.
Was das praktisch bedeutet, erleben wir in unserem Projekt im sächsischen Nieska. Dort begleitet PRIMAKLIMA die Wiederbewaldung einer rund 1,6 Hektar großen Fläche. Vor dem ersten Waldbrand 2021/2022 wuchs hier eine Kiefernmonokultur, wovon durch den Brand rund ein Hektar stark geschädigt wurde. Nachdem 2024 ein Sturm über die Fläche gezogen war, blieb viel Totholz zurück. Gleichzeitig zeigte sich etwas Neues: Zwischen den abgestorbenen Bäumen wuchsen unter anderem Birken, Aspen, Kiefern und Lärchen von selbst nach. Diese Naturverjüngung sollte Teil des neuen Waldes werden und durch Saat und Pflanzung ergänzt werden. Doch dann änderte sich die Situation erneut: Im Sommer 2025 griff der Großbrand aus der benachbarten Gohrischheide auf unsere Projektfläche über. Nach dem zweiten Feuer war auf rund 1,2 Hektar kein stehendes oder liegendes Totholz mehr vorhanden. Wir mussten unsere Planung an die neue Ausgangslage anpassen.
Im Frühjahr 2026 wurden in Nieska 3.240 Setzlinge gepflanzt, darunter Stieleiche, Winterlinde, Spitzahorn und Vogelkirsche. Was von selbst nachwächst, bleibt weiterhin Teil des Konzepts. Für uns zeigt Nieska sehr konkret, was naturnahe Wiederbewaldung bedeutet: nicht möglichst schnell möglichst viele Bäume zu pflanzen – aber auch nicht grundsätzlich alles sich selbst zu überlassen. Wir schauen darauf, was auf einer Fläche bereits wächst, was der Standort braucht und wo wir die natürliche Entwicklung (Sukzession) sinnvoll unterstützen können.
Was jede:r Einzelne tun kann
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Die meisten Waldbrände lassen sich vermeiden. Gerade bei hoher Waldbrandgefahr kommt es deshalb auf umsichtiges Verhalten an.
- Zündquellen vermeiden: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät dazu, im Wald nicht zu rauchen, kein offenes Feuer zu entzünden und Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abzustellen.16
- Waldbrandgefahr prüfen: Bei Hitze und Trockenheit lohnt sich ein Blick auf den Waldbrandgefahrenindex des DWD. Beachte außerdem lokale Hinweise, Verbote und Sperrungen.
- Feuer schnell melden: Entdeckst du Rauch oder einen Brand, alarmiere über 112 die Feuerwehr und beschreibe den Ort so genau wie möglich. Rettungspunkte können dabei helfen. Bring dich nicht selbst in Gefahr.16
- Rettungswege freihalten: Waldwege und Zufahrten müssen für Einsatzkräfte passierbar bleiben.16
Und auch jenseits der akuten Waldbrandgefahr gibt es Handlungsmöglichkeiten. Den eigenen CO₂-Fußabdruck zu verkleinern, sich gesellschaftlich und politisch für wirksamen Klimaschutz einzusetzen oder Waldprojekte zu unterstützen, setzt langfristig an den Bedingungen an, mit denen unsere Wälder künftig umgehen müssen. Weitere Anregungen für dein persönliches Engagement findest du in unseren Natur- und Klimaschutz-Tipps.
Fazit – Wälder brauchen jetzt Unterstützung
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Waldbrandvorsorge bedeutet mehr, als Feuer zu löschen. Wir können Zündungen vermeiden und Brände möglichst früh erkennen. Gleichzeitig müssen wir die Klimakrise begrenzen und Wälder dabei unterstützen, mit ihren Folgen umzugehen.
Was nach einem Waldbrand geschieht, können wir ebenfalls mitgestalten. Unsere Erfahrungen in Nieska zeigen: Auch auf schwer geschädigten Flächen können wieder vielfältige, naturnahe Wälder wachsen – wenn wir ihre Entwicklung langfristig und standortgerecht unterstützen. Mit unseren Waldprojekten schaffen wir dafür die nötigen Voraussetzungen.
Gemeinsam Wälder für die Zukunft stärken
Mit deiner Spende unterstützt du unsere Waldprojekte – von der Wiederbewaldung geschädigter Flächen bis zur langfristigen Entwicklung naturnaher Wälder.
Dein Beitrag für Biodiversität Sei dabei und mach direkt einen Unterschied
Wir setzen deine Spende dort ein, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Regelmäßige Spenden sind eine besonders wertvolle Unterstützung. Sie helfen uns, unsere Arbeit verlässlich zu planen und Wälder langfristig zu begleiten. Auch kleine Beträge helfen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema: Waldbrände durch Klimawandel
Der Klimawandel löst Waldbrände in der Regel nicht aus, verändert aber ihre Bedingungen. Hitze und Trockenheit können Vegetation leichter entzündlich machen. Attributionsstudien zeigen für untersuchte Regionen, dass die menschengemachte Erwärmung extremes Feuerwetter wahrscheinlicher gemacht hat. Wie groß ein Brand wird, hängt zusätzlich von Zündquelle, Landschaft und Brandbekämpfung ab.3
Damit ein Waldbrand entsteht, braucht es Brennstoff, Sauerstoff und eine Zündquelle. In Deutschland entstehen viele Brände durch Fahrlässigkeit oder vorsätzliche Brandstiftung; natürliche Auslöser wie Blitze kommen deutlich seltener vor. Bei einem großen Teil bleibt die Ursache allerdings ungeklärt. Ob und wie sich ein entstandenes Feuer ausbreitet, hängt außerdem von Wetter und Brennstofffeuchte ab.⁴ ⁶
Darauf gibt es keine einfache globale Antwort. Der Klimawandel verschärft in vielen Regionen das Feuerwetter. Gleichzeitig ist die weltweit verbrannte Gesamtfläche langfristig zurückgegangen, unter anderem durch veränderte Landnutzung. Deshalb müssen wir unterscheiden, wo und was brennt – und wie häufig und intensiv die Feuer dort auftreten.⁹ ¹⁰ ¹¹
Waldbrände setzen Treibhausgase frei, verändern Lebensräume und können Bodenerosion verstärken. Wie schwer die ökologischen Folgen ausfallen, hängt vom jeweiligen Ökosystem und vom Brand ab. Auch Menschen weit entfernt vom Feuer können betroffen sein: Waldbrandrauch kann über große Entfernungen transportiert werden und gesundheitsschädlichen Feinstaub enthalten.⁸ ¹² ¹³
Wichtig sind vor allem das Vermeiden von Zündungen, eine frühe Erkennung und gut vorbereitete Einsatzkräfte. Auch eine standortgerechte Waldentwicklung gehört zur Vorsorge, macht Wälder aber nicht brandsicher. Langfristig ist Klimaschutz entscheidend. Nach einem Feuer sollte je nach Fläche entschieden werden, wie Naturverjüngung, Saat und Pflanzung zusammenspielen können.3 ⁸ ¹⁵ ¹⁶
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Meld dich gern bei uns.
Quellen und weitere Informationen
1 Feuerwehr Hürtgenwald (14.08.2026): Großer Waldbrand in Hürtgenwald.
2 Regierung der Wallonie (27.08.2026): La Wallonie accélère sa préparation face aux risques climatiques et prépare la restauration des Hautes Fagnes.
3 World Weather Attribution (30.07.2026): Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain. Beobachtungsbasierte Schnellanalyse.
4 Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Waldbrandstatistik 2025 / Statistikportal des Bundes. Ursachenanteile: Originalgrafik des Umweltbundesamtes auf Grundlage der BLE-Daten.
5 Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (28.04.2025): Klimawandel erhöht das Risiko gleichzeitiger Waldbrände. Zugehörige Studie: Richardson et al., Increasing fire weather season overlap between North America and Australia challenges firefighting cooperation, Earth’s Future.
6 Deutscher Wetterdienst: Informationen zum Waldbrandgefahrenindex WBI und aktuelle Gefahrenstufen.
7 Europäische Kommission, Joint Research Centre: 2025 was EU’s most destructive wildfire season on record, 31.03.2026; Europe’s fire season is expanding, 05.12.2025.
8 Umweltbundesamt (26.08.2026): Waldbrände.
9 Cunningham, C. X.; Williamson, G. J.; Bowman, D. M. J. S., 2024: Increasing frequency and intensity of the most extreme wildfires on Earth, Nature Ecology & Evolution.
10 Andela, N. et al., 2017: A human-driven decline in global burned area, Science. Ergänzend: NASA: Researchers Detect a Global Drop in Fires.
11 Burton, C.; Lampe, S. et al., 2024: Global burned area increasingly explained by climate change, Nature Climate Change.
12 European Soil Data Centre / Joint Research Centre: Post-fire Soil Erosion. Zugehörige Studie: Vieira et al., Wildfires in Europe: Burned soils require attention, Environmental Research 217, 2023.
13 Weltgesundheitsorganisation (31.07.2026): Wildfires.
14 Larjavaara, M. et al., 2023: Deadwood and fire risk in Europe – Knowledge synthesis for policy, Publications Office of the European Union.
15 Land Brandenburg: Bericht zur Waldbrandsaison 2022, insbesondere die Kapitel zu Kampfmitteln und vorbeugendem Waldbrandschutz.
16 Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Waldbrand – Gefahrenstufen / Waldbrand! Und jetzt?.