Neue Anfänge: Gemeinsamer Auftakt für ein weiteres Projekt im Kibale-Nationalpark

| Autorin: Diana Schreiner Diana Schreiner

Wiederbewaldung beginnt nicht mit dem Pflanzen von Bäumen. Sie beginnt mit dem Zuhören. Mit dem Austausch darüber, was eine Landschaft braucht – und was die Menschen brauchen, die in ihr leben.

In mehreren Workshops kamen in den vergangenen Wochen politische und lokale Führungskräfte, Gemeindevorsteher:innen, Gemeindemitglieder, Vertreter:innen von Behörden sowie weitere gesellschaftliche Gruppen zusammen. Ziel der Treffen war es, Erwartungen, Sorgen und konkrete Bedarfe offen zu benennen und sie von Beginn an in die Projektplanung einzubeziehen.

Ein neues Kapitel im Kibale-Nationalpark

Rund um die Gemeinde Katunguru, die an den Kibale-Nationalpark angrenzt, entsteht derzeit das Katunguru-Projekt als Erweiterung der gemeinsamen Arbeit von PRIMAKLIMA, der Uganda Wildlife Authority und Face the Future. Es handelt sich um eine neue Wiederbewaldungssinitiative, die in einem anderen Teil des Parks umgesetzt und parallel zum laufenden Kibale Restoration Project entwickelt wird.

Damit wird die Renaturierung im Kibale-Nationalpark weiter ausgebaut. Auf rund 800 Hektar degradierter Fläche sollen naturnahe Ökosysteme wiederhergestellt werden. Von Beginn an ist klar: Die Pflanz- und Pflegearbeiten können nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen, die rund um den Park leben, aktiv eingebunden sind.
 

Was die Menschen vor Ort bewegt

Die Workshops lieferten dafür wertvolle Einblicke. Viele Beiträge bezogen sich auf ganz praktische Fragen des Alltags – Fragen, die entscheidend dafür sind, ob die Projektaktivitäten langfristig mitgetragen werden.

Ein wiederkehrendes Thema war die Erreichbarkeit der Projektflächen. Teilnehmende wiesen darauf hin, dass insbesondere während der Regenzeiten Wege unpassierbar sind und Flüsse den Zugang erschweren. Konkret wurde der Wunsch nach dem Bau einer Brücke über den Mpanga River geäußert, um Gemeinden, Projektflächen und Kontrollpunkte sicher miteinander zu verbinden. Auch der Ausbau und die Instandsetzung von Zufahrtsstraßen wurden mehrfach genannt.

Neben der Infrastruktur beschäftigte viele Teilnehmende eine weitere Sorge: Ernteverluste durch Wildtiere. Denn wenn die Natur zurückkehrt, kehren auch die Tiere zurück – darunter Elefanten und Schimpansen. Sie kennen keine Grundstücksgrenzen, folgen Gerüchen und Nahrungsquellen und werden damit zu einer konkreten Bedrohung für die Menschen und deren Lebensmittelversorgung.

Vom Dialog zur konkreten Planung

Die Anliegen blieben nicht unbeantwortet. In den Workshops wurde transparent erläutert, dass Infrastrukturmaßnahmen ein zentraler Bestandteil der frühen Projektphase sein werden. Der Bau von Zugängen und Übergängen – darunter auch Brücken – wurde als Voraussetzung für die nächsten Schritte identifiziert.

Die Sorge vor Konflikten mit Wildtieren ist aus der bestehenden Projektarbeit im Kibale-Nationalpark bekannt. Im laufenden Wiederbewaldungsprojekt wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter der Bau von Elefantengräben und das Aufstellen von Bienenkästen. Wie die kleinen Insekten dabei helfen, große Waldelefanten fernzuhalten, haben wir in einem separaten Beitrag beschrieben. Für die Projektarbeit in Katunguru kann auf diese Erfahrungen und Erkenntnisse aufgebaut werden.
 

Ein Ausblick, der nun Gestalt annimmt

Bereits im Juni 2025 hatte PRIMAKLIMA-Vorstand Lars Forjahn in einem mehrteiligen Reisebericht von seinem Besuch im Kibale-Nationalpark berichtet. Im letzten Teil gab er einen Ausblick auf die geplante Arbeit im Gebiet Katunguru. Mit dem Abschluss der Stakeholder-Konsultationen und dem Übergang in die Umsetzungsphase wird dieser Ausblick nun konkret. Die erste Pflanzphase ist für März geplant – der nächste wichtige Meilenstein für dieses neue Projekt.