Kibale hautnah #1: Kohlenstoff-Monitoring

| Autor: Kato Micheal Kato Michael

Nachdem wir Kato bereits in einem Interview kennenlernen durften, berichtet er nun in seinem ersten Beitrag über das Kohlenstoff-Monitoring im Kibale-Nationalpark, das im Februar stattgefunden hat.

Der Beitrag erscheint, wie auch das Interview, in deutscher Übersetzung und im englischen Original. 

Die Uganda Wildlife Authority (UWA) arbeitet gemeinsam mit Partnern wie PRIMAKLIMA und Face the Future seit über 30 Jahren daran, degradierte Flächen und ehemalige Graslandschaften im Kibale-Nationalpark wiederherzustellen. Mehr als 7.000 Hektar Wald konnten so bereits renaturiert werden. Aus Gebieten, die einst von Waldbränden und dichtem Elefantengras geprägt waren, sind wieder vielfältige Wälder entstanden.

Im Zentrum dieser Wiederbewaldung steht die Pflanzung wertvoller heimischer Baumarten wie Warburgia ugandensis, Bridelia micrantha, Prunus africana, Spathodea campanulata und Cordia millenii. Sie helfen nicht nur dabei, natürliche Ökosysteme zu regenerieren, sondern spielen auch eine wichtige Rolle im Klimaschutz: Sie binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern ihn langfristig.

Ein zentraler Bestandteil der Projektarbeit ist das Kohlenstoff-Monitoring, auch Waldinventur genannt. Dabei wird das Wachstum der Bäume wissenschaftlich erfasst, um zu bestimmen, wie viel Kohlenstoff die Wälder aufnehmen und speichern können. Gemessen werden unter anderem der Brusthöhendurchmesser (BHD), die Baumhöhe und die Kronenbreite. Auf dieser Grundlage lässt sich berechnen, wie viel Kohlenstoff in den Waldökosystemen gebunden wird.

Im Kibale Restoration Project findet dieses Monitoring alle drei Jahre statt. Es macht sichtbar, wie sich der Wald entwickelt und wie groß seine Speicherleistung ist. Eine einzelne Monitoringfläche – etwa ein Hektar groß – kann im Durchschnitt bis zu 10 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr speichern. Insgesamt betreut das Projekt derzeit rund 270 solcher Flächen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zur Eindämmung des Klimawandels in Uganda. 

Kohlenstoffprojekte erfüllen dabei mehrere zentrale Funktionen. Sie tragen aktiv zum Klimaschutz bei, indem sie Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen. Gleichzeitig schaffen sie wirtschaftliche Perspektiven: Durch den Handel mit Emissionszertifikaten entstehen Einnahmen, die eine nachhaltige Alternative zur Holzgewinnung bieten und den Druck auf natürliche Wälder verringern. Im Kibale Restoration Project werden 50 % der Erlöse wieder in die Projektarbeit investiert. 30 % davon fließen zusätzlich in Gemeinden rund um den Nationalpark – etwa in Projekte zur Sicherung des Lebensunterhalts.

Auch für die Biodiversität sind die Maßnahmen entscheidend: Die wiederhergestellten Wälder bieten neuen Lebensraum für Wildtiere, schützen die Pflanzenvielfalt und stabilisieren ganze Ökosysteme. Gleichzeitig fördert die Renaturierung langfristig den Schutz der Umwelt und die Erholung der Landschaft, statt sie durch Abholzung weiter zu belasten.

Die Wiederbewaldung im Kibale-Nationalpark zeigt, was möglich ist, wenn Naturschutzorganisationen, staatliche Akteure und lokale Gemeinden zusammenarbeiten. Durch kontinuierliches Monitoring, gezielte Aufforstung und nachhaltige Kohlenstoffprojekte wird nicht nur Ugandas Naturerbe geschützt, sondern das Projekt leistet auch einen Beitrag zu globalen Klimalösungen.

Diese Entwicklung macht deutlich: Wälder wiederherzustellen ist nicht nur machbar, sondern entscheidend – für den Schutz der Biodiversität, für die Unterstützung lokaler Gemeinschaften und für einen lebenswerten Planeten für kommende Generationen.

The Uganda Wildlife Authority (UWA), in partnership with other conservation partners, PRIMAKLIMA and Face the Future, has been actively restoring degraded land and former grasslands in Kibale National Park over the past 30 years. This initiative has successfully restored more than 7,000 hectares of forest, transforming areas once dominated by wildfires and elephant grass into thriving indigenous forests.

This restoration effort focuses on planting valuable indigenous tree species such as Warburgia ugandensis, Bridelia micrantha, Prunus africana, Spathodea campanulata, and Cordia millenii, among many others. These trees not only help restore natural ecosystems but also play a crucial role in absorbing and storing carbon, helping to fight climate change.

Carbon monitoring, also known as forest inventory, involves the scientific measurement of tree growth to determine how much carbon forests can absorb and store. Experts measure tree diameter at breast height (DBH), tree height, and canopy width. These measurements provide data used to estimate the amount of carbon captured from the atmosphere and stored within forest ecosystems.

At the Kibale National Park Restoration Project, carbon monitoring is conducted every three years to track forest growth and carbon storage capacity. On average, one carbon monitoring plot (equivalent to one hectare) can store up to 10 tons of carbon annually. Currently, the Kibale Restoration Project manages approximately 270 carbon monitoring plots, demonstrating its significant contribution to conservation and climate change mitigation.

Carbon projects matter because they serve several important purposes. Climate action: by restoring forests, these projects remove carbon dioxide from the atmosphere, helping to slow down global climate change. Sustainable economic value: carbon projects generate income through carbon credit trading, offering an alternative to timber harvesting and reducing pressure on natural forests. For example, at the Kibale National Park Restoration Project, 50% of the carbon revenues is invested back into the running of the project, and 30% of that 50% is invested in communities around the park through community livelihood projects.

Biodiversity conservation: restored forests create safe habitats for wildlife, protect plant diversity, and support ecosystems. Environmental protection and conservation: instead of destructive logging, forest restoration promotes long-term environmental sustainability and landscape recovery.

By building a greener future, the restoration work at the Kibale National Park Restoration Project highlights the power of partnerships between conservation organizations, government agencies, and communities. Through continuous monitoring, reforestation, and sustainable carbon projects, this initiative is safeguarding Uganda's natural heritage while contributing to global climate solutions.

Together, these efforts prove that restoring forests is not only possible but essential for protecting biodiversity, supporting communities, and securing a healthier planet for future generations.