Das neue Format „Kibale hautnah“ bringt die Perspektive aus dem Projekt direkt zu uns: Kato Micheal, Projektmitarbeiter der Uganda Wildlife Authority (UWA), berichtet künftig selbst aus dem Wiederbewaldungsgebiet im Kibale-Nationalpark in Uganda. Seine Beiträge erscheinen auf Englisch und in deutscher Übersetzung und geben persönliche Einblicke in die Entwicklungen vor Ort – von der täglichen Arbeit im Wald bis zu den Veränderungen für Mensch und Natur. Den Auftakt bildet dieses Interview, in dem Kato seinen Werdegang, seine Motivation und seine Aufgaben im Projekt beschreibt.
Kibale hautnah: Kato Micheal erzählt aus dem Wald
Kato berichtet künftig regelmäßig direkt aus dem Kibale-Nationalpark – über den Wald, der zurückkehrt, und die Menschen, die ihn möglich machen.
1. Kato, erzähl uns bitte ein wenig über dich: Wer bist du und wie bist du zum Kibale Restoration Project und zur Uganda Wildlife Authority gekommen?
Ich bin Kato Micheal, ein begeisterter, entschlossener und lösungsorientierter Mensch mit einem Hintergrund in Massenkommunikation sowie in Projektplanung und -management. Beruflich habe ich Erfahrungen in der Forstwirtschaft und im Naturschutz gesammelt. Aufgewachsen bin ich in einer Familie, in der Naturschutz eine große Rolle spielt: Mein Vater arbeitet seit über 35 Jahren im Kibale-Projekt und bei der Uganda Wildlife Authority, mein älterer Bruder ist dort seit mehr als 15 Jahren tätig.
Auch meine Heimat, eine naturverbundene Gemeinde in der Nähe des Kibale-Nationalparks, hat mich geprägt. Deshalb lag meine Leidenschaft schon früh im Naturschutz und in dem Wunsch, etwas zu bewegen. Nach einem zweimonatigen Praktikum bei der Uganda Wildlife Authority im Jahr 2018, einer ehrenamtlichen Tätigkeit beim Ministry of Information and Communications Technology and National Guidance im Jahr 2019 sowie meinem Bachelorabschluss im selben Jahr habe ich mich 2021 entschieden, Teil des Projekts zu werden.
2. Du arbeitest schon seit einiger Zeit im Projekt. Was bedeutet dir diese Arbeit persönlich und was motiviert dich, dich für die Wiederbewaldung in Kibale einzusetzen?
Für mich geht es bei der Arbeit im Rahmen des Kibale Restoration Projects nicht nur um den Job. Wiederbewaldung bedeutet für mich, den Wildtieren, die infolge von Waldzerstörung und -beeinträchtigung getötet oder vertrieben wurden, wieder Leben und eine Heimat zu geben. Es bedeutet auch, dazu beizutragen, die Erde grüner, sicherer und lebenswerter für Wildtiere und Menschen zu machen.
3. Wie hat sich das Projekt deiner Meinung nach in den letzten Jahren entwickelt, insbesondere im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit PRIMAKLIMA e.V. und Face the Future?
Das Projekt hat sich in den letzten Jahren durch die technische, finanzielle und weitere Unterstützung unserer Partner deutlich weiterentwickelt. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, die täglichen Projektaktivitäten umzusetzen und gleichzeitig die Gemeinden im Projektgebiet durch Maßnahmen zur Sicherung des Lebensunterhalts zu stärken. So wird das Zusammenleben von Menschen und Wildtieren nachhaltig verbessert.
Gleichzeitig konnten viele Hektar Wald renaturiert, neue Flächen für die Wiederbewaldung identifiziert und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung geschaffen werden.
4. Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Projekt für dich aus und welche konkreten Aufgaben übernimmst du?
Mein typischer Arbeitstag beginnt im Projektbüro, wo ich meine Aufgaben für den Tag abstimme. Anschließend gehe ich ins Feld, um die Arbeiten vor Ort zu begleiten und eine hohe Qualität sicherzustellen. Dabei dokumentiere ich die Aktivitäten mit Fotos und Videos. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Überwachung, Beobachtung und Dokumentation von Wald und Biodiversität. Ich erstelle Berichte über meine Beobachtungen und setze Fotofallen ein, um die Tierwelt im Wald zu erfassen.
Darüber hinaus engagiere ich mich in den Gemeinden rund um den Nationalpark. Ich nehme an Treffen mit Anwohnern und weiteren Interessengruppen teil und unterstütze bei Konflikten zwischen Mensch und Tier – etwa wenn Elefanten oder andere Wildtiere Gärten und Ernten beschädigen. Auch im Bereich Brandschutz bin ich aktiv.
5. Warum ist die Wiederbewaldung in der Region um den Kibale-Nationalpark so wichtig – für die Natur und für die Menschen vor Ort?
Die Wiederbewaldung im Kibale-Nationalpark ist von großer Bedeutung, weil sie dazu beiträgt, geschädigte und verlorene Wälder wiederherzustellen und die Natur langfristig zu schützen. Durch die Projektarbeit kehren Wildtiere wie Elefanten und Antilopen in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück, aus denen sie zuvor durch Degradation und menschliches Vordringen vertrieben worden waren.
Gleichzeitig schafft das Kibale Restoration Project neue Perspektiven für die Menschen vor Ort. Viele Gemeinden profitieren von Beschäftigungsmöglichkeiten im Projekt sowie von Maßnahmen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Mehr als 250 Gruppen und Initiativen wurden bereits unterstützt, unter anderem in den Bereichen Imkerei, Ziegenhaltung, Schweinezucht, Transport, Catering oder Zeltvermietung.
Diese Angebote verbessern die Lebensbedingungen der Menschen spürbar: Sie können ihre Grundbedürfnisse decken, Schulgebühren bezahlen und medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Einige Gruppen haben ihre Aktivitäten weiter ausgebaut oder sogar Spar- und Kreditgenossenschaften gegründet. All das ist ein direktes Ergebnis der Wiederbewaldung in dieser Region.
6. Du hast Massenkommunikation in Kampala studiert. Was hat dich dazu motiviert, dieses Studienfach zu wählen und wie verbindest du dein Studium mit deiner Arbeit im Projekt?
Ich habe mich für den Bereich Massenkommunikation entschieden, weil ich schon als kleiner Junge etwas bewegen und in einer aufgeklärten, informierten Gesellschaft leben wollte. Genau das hat mich motiviert, an der Universität Massenkommunikation zu studieren. Heute bringe ich meine Begeisterung, Entschlossenheit und meine Kommunikationsfähigkeiten gezielt in die Projektarbeit ein. Ich nutze meine Kenntnisse in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, um den gemeinschaftlichen Naturschutz zu stärken und eine Brücke zwischen dem Kibale Restoration Project, der Uganda Wildlife Authority, den umliegenden Gemeinden und weiteren Interessengruppen zu schlagen.
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Dokumentation der Feldaktivitäten, des Wiederbewaldungsprozesses sowie zentraler Projekte und Veranstaltungen der Uganda Wildlife Authority. Dazu gehört auch die Beobachtung und Überwachung von Wildtieren mithilfe von Kameras und Fotofallen. Gleichzeitig hilft mir mein Studium dabei, meine Aufgaben strukturiert, effizient und zielgerichtet umzusetzen.
7. Vor einigen Monaten hast du von PRIMAKLIMA eine Kamera erhalten und dokumentierst seitdem regelmäßig die Projektarbeit. Was bedeutet diese Aufgabe für dich und worauf achtest du, wenn du die Entwicklungen im Projekt fotografierst?
Zunächst möchte ich PRIMAKLIMA dafür danken, dass sie mir die Kamera zur Verfügung gestellt haben. Diese Aufgabe bedeutet mir sehr viel, denn ich wollte schon immer dazu beitragen, die Projektarbeit sichtbar zu machen – als Referenz, für Bildungszwecke und um die Erfolge der Wiederbewaldung zu zeigen. Das Projekt und seine Partner leisten wichtige Arbeit, über die es sich lohnt, die Menschen zu informieren.
Wenn ich die Entwicklungen im Projekt dokumentiere, richte ich meinen Blick besonders auf die zurückgekehrten Wildtiere, die in den wiederhergestellten Wäldern wieder ein Zuhause finden. Gleichzeitig halte ich zentrale Aktivitäten im Projekt und den gesamten Prozess der Wiederbewaldung fest.
Das Interview auf Englisch
1. Kato, please tell us a little about yourself: Who are you, and how did you get involved with the Kibale Restoration Project and the Uganda Wildlife Authority?
I am Kato Micheal, an enthusiastic, determined, and problem-solving person with an educational background in mass communication, project planning, and management, plus working experience in forestry and conservation.
Being born into a family engaged in environmental protection and conservation (my father has served the Kibale Restoration Project and the Uganda Wildlife Authority for over 35 years and still counting, and my older brother has been working with the Uganda Wildlife Authority for over 15 years now), and raised in a nature-conserving community around Kibale National Park, my calling, passion, love for nature, and desire to make a difference have always been in conservation and nature protection.
This is what inspired me to get involved with the project in 2021, after doing a two-month internship with the Uganda Wildlife Authority in 2018, volunteering with the Ministry of ICT and National Guidance in 2019, and graduating with a bachelor’s degree in the same year.
2. You have been working on the project for some time. What does this work mean to you personally, and what motivates you to work for reforestation in Kibale?
To me, working with the Kibale Restoration Project is not just about a job. Reforestation means giving life and a home to wildlife that was killed or displaced as a result of degradation and encroachment on forests. It also means contributing to making the earth greener, safer, and better for both wildlife and people to live in.
3. How do you think the project has developed over the past few years, especially in terms of its collaboration with PRIMAKLIMA e.V. and Face the Future?
The project has greatly developed over the past few years because of the technical, financial, and other forms of support from partners. This support has helped in running day-to-day project activities and supporting communities around the project area with livelihood projects, which has improved coexistence between humans and wildlife.
The project has restored many hectares of forest, identified other areas for restoration, and also provided employment opportunities to people.
4. What does a typical working day look like for you in the project and what specific tasks do you perform?
My typical day starts with reporting to the project office or station for daily assignments, and then going to the field to supervise operations and ensure quality work, while documenting the activities carried out (taking photos and videos). I carry out forest and biodiversity surveillance, monitoring, documentation, and reporting of observations. I set trap cameras in different parts of the forest to monitor and track wildlife present in the area.
I also engage in community conservation by participating in meetings with communities and other stakeholders, and by responding to human-wildlife conflict situations, such as raids on gardens and crops by elephants and other animals in areas neighboring the park. I also participate in fire protection.
5. Why is reforestation so important in the region around Kibale National Park – for nature and for the local people?
In the region around Kibale National Park, reforestation is very important because it supports environmental conservation and the restoration of lost and degraded forests. It has also led to the return of wildlife, such as elephants and antelopes, to their former habitats, from which they were previously driven away by degradation and human encroachment.
Through the Kibale Restoration Project, many communities around the project area have gained employment opportunities, which has improved their standards of living. In addition, more than 250 groups and associations have been supported with livelihood projects such as beekeeping, goat rearing, milling machines, motorcycles for transport businesses, pig rearing, catering services, tents for hire, and many more.
These livelihood projects have improved people’s lives, enabling them to afford basic needs, pay school fees for their children, and access medical care. Some associations have expanded their projects, and others have even started savings and credit cooperative organizations. All this has been achieved as a result of the reforestation project in this region.
6. You studied mass communication in Kampala. What motivated you to choose this field of study and how do you connect your studies with your work in the project?
I chose to study mass communication because, as a young boy, I always wanted to make a difference and live in a knowledgeable and informed society. This is what motivated me to pursue mass communication at the university. With my enthusiasm, determination, commitment, and strong communication skills, I connect my studies with my work in the project by applying my communication and public relations skills in community conservation. This involves bridging the gap between the Kibale Restoration Project, the Uganda Wildlife Authority, the communities neighboring the park, and other stakeholders.
I also use my communication skills to document field activities, the reforestation process, and important project activities and events of the Uganda Wildlife Authority, such as meetings, community mobile clinics funded by the project, and the distribution of livelihood support items. This includes recording, tracking, and monitoring wildlife using cameras and trap cameras. In addition, I apply the knowledge and education I gained during my studies to carry out my assigned project tasks efficiently.
7. A few months ago, you received a camera from PRIMAKLIMA and have been regularly documenting the project work ever since. What does this task mean to you and what do you pay attention to when photographing the developments in the project?
I would like to start by appreciating PRIMAKLIMA for providing the camera, which has greatly contributed to the Kibale Restoration Project and the Uganda Wildlife Authority.
Using the camera in project activities means a lot to me because it has always been my goal to contribute to documenting the project’s work for reference, education, and showcasing its achievements. The project and its partners are doing important work in restoration that is worth sharing with others.
While documenting and photographing developments in the project, I pay attention to wildlife that has returned and found a home in the restored forests. I also focus on key project activities and the overall reforestation process.




