Kibale hautnah #2: Frauen im Mittelpunkt der Wiederbewaldung

| Autor: Kato Micheal Kato Michael

In seinem zweiten Beitrag widmet sich Kato den Menschen hinter der Wiederbewaldung. Im Mittelpunkt stehen die vielen Frauen, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, degradierte Flächen wieder in artenreiche Wälder zu verwandeln und gleichzeitig ihre Gemeinden zu stärken.

Der Beitrag erscheint in deutscher Übersetzung und im englischen Original.

Frauen spielen im Wiederbewaldungsprojekt im Kibale-Nationalpark eine tragende Rolle. Mit ihrem Engagement helfen sie dabei, degradierte Flächen wieder in lebendige Waldlandschaften zu verwandeln – darunter ehemalige Grasflächen und besonders feuergefährdete Gebiete im Bereich der Katunguru-Projektfläche. Ob in der Verwaltung, als Feldassistentinnen oder als Arbeitskräfte vor Ort: Frauen sind in allen Phasen der Wiederbewaldung aktiv beteiligt. Ihre Aufgaben reichen von organisatorischen Tätigkeiten bis hin zur praktischen Arbeit im Gelände, etwa bei der Flächenvorbereitung (Line Slashing), der Betreuung von Baumschulen, der Anzucht von Setzlingen, dem Ausheben von Pflanzgruben und dem Pflanzen junger Bäume.

Mit ihrer Arbeit durchbrechen diese Frauen traditionelle Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen, die ihre Möglichkeiten lange Zeit eingeschränkt haben. Heute tragen sie nicht nur Verantwortung für ihre Familien und Haushalte, sondern übernehmen auch wichtige Aufgaben bei der Wiederherstellung wertvoller Ökosysteme. Für viele von ihnen bedeutet die Mitarbeit im Projekt weit mehr als ein Einkommen: Sie eröffnet neue Perspektiven, stärkt ihre Mitbestimmung und schafft Chancen, Verantwortung zu übernehmen und Führungsrollen auszufüllen.

Nach Angaben des Uganda Bureau of Statistics (2024–2026) werden rund 30 Prozent der Haushalte in Uganda von Frauen geführt. In städtischen Regionen liegt dieser Anteil sogar noch höher. Diese Zahlen spiegeln den wachsenden Einfluss von Frauen in der Gesellschaft wider. Auch im Kibale-Wiederbewaldungsprojekt zeigt sich diese Entwicklung deutlich: Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten sind Frauen.

Bereits vor über drei Jahrzehnten begann die Uganda Wildlife Authority gemeinsam mit weiteren Partnern, degradierte Bereiche des Kibale-Nationalparks wiederherzustellen. Was damals als Wiederbewaldungsmaßnahme begann, ist heute ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich Natur erholen kann: Aus geschädigten Flächen ist wieder ein artenreicher Wald entstanden, der zahlreichen Tierarten Lebensraum bietet und ein gesundes Ökosystem unterstützt. Die Wiederherstellung erfolgt dabei in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden. Bis heute hat das Projekt mehr als 300 Gruppen und Vereinigungen gefördert.

Diese Initiativen haben dazu beigetragen, den Druck auf die Waldressourcen zu verringern und illegale Aktivitäten innerhalb des Nationalparks deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig entstanden nachhaltige Einkommensmöglichkeiten, die den Menschen vor Ort neue Perspektiven eröffnen. Besonders bemerkenswert ist, dass mehr als 75 Prozent der unterstützten Gruppen entweder ausschließlich aus Frauen bestehen oder von Frauen geleitet werden. Sie engagieren sich unter anderem in der Ziegenhaltung, im Betrieb von Maismühlen, im Catering, in der Agroforstwirtschaft, in der Imkerei sowie bei der Vermietung von Geräten und Ausrüstung.

Die starke Beteiligung von Frauen zeigt eindrucksvoll, welche zentrale Rolle sie sowohl für die Entwicklung ihrer Gemeinden als auch für den Schutz der Natur spielen. Ihr Einsatz trägt dazu bei, Wälder wieder wachsen zu lassen, Lebensräume zu sichern und Zukunftsperspektiven für kommende Generationen zu schaffen. Damit sind sie nicht nur Teil der Wiederbewaldung – sie gestalten sie maßgeblich mit.

Women at the centre of reforestation

Women involved in the Kibale Reforestation Project are playing a leading role in restoring degraded areas, including former grasslands and fire-prone areas in the Katunguru part of Kibale National Park. From administrators and field assistants to casual laborers, women are actively engaged at every stage of the restoration process. Their contributions range from administrative duties to field activities like ground preparation (line slashing), managing nursery beds, seedling production, pitting, and tree planting.

Through their involvement, these women are challenging long-standing stereotypes and cultural beliefs that have traditionally limited their roles. Today, they are not only managing households and raising families but are also taking leadership positions in environmental restoration efforts. For many, participation in the project goes beyond employment—it represents a pathway to empowerment, greater inclusion in decision-making, and access to leadership opportunities. According to Uganda Bureau of Statistics data (2024–2026), approximately 30% of households in Uganda are headed by women, with even higher figures in urban areas, highlighting their growing influence. The Kibale Reforestation Project alone employs more than 40% female workers.

More than three decades ago, the Uganda Wildlife Authority, in collaboration with partners, began restoring degraded sections of Kibale National Park. Today, these efforts have resulted in a fully regenerated forest that supports the return of wildlife and a thriving ecosystem. Restoration activities are carried out in close partnership with surrounding communities, and the project has supported over 300 groups and associations.

These community initiatives have helped reduce pressure on forest resources and significantly decreased illegal activities within the park. At the same time, they have created sustainable livelihood opportunities, enabling communities to develop. Notably, over 75% of these groups are composed of women or are women-led groups engaged in activities such as goat rearing, maize milling, catering services, agroforestry, beekeeping, and equipment hire.

This strong participation demonstrates the critical role women play in both community development and environmental conservation, as well as their increasing involvement in restoration and reforestation efforts.