Politische Krise in Nicaragua – Warum unsere Bäume den Menschen dort gerade jetzt Halt geben

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Unruhen fordern in Nicaragua Menschenleben und verstärken die wirtschaftlichen Probleme des Landes. PRIMAKLIMA schafft durch die Pflanzung von Wäldern finanzielle Stabilität für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und gibt Perspektiven für die Zukunft.

 

Begonnen hat alles Mitte April mit studentischen Protesten. Nach starken Waldbränden in einem Naturschutzgebiet forderten die Demonstranten das Eingreifen des Staates zum Schutz der Wälder. Sie warfen der Regierung vor, in die Brände verwickelt gewesen zu sein und bewusst auf internationale Hilfe verzichtet zu haben – da das Naturschutzgebiet ohnehin einem politisch gewollten Kanalbauprojekt im Wege stand.
Als die Regierung kurz darauf Rentenkürzungen ankündigte, weiteten sich die Proteste im Land aus. Obwohl diese Pläne von der Regierung inzwischen wieder zurückgenommen wurden, sind fast täglich Tausende Nicaraguaner_innen auf den Straßen. Sie fordern den Rücktritt von Staatschef Daniel Ortega und anschließende Neuwahlen. Der Präsident wird vor allem wegen seines autoritären Regierungsstils kritisiert und ihm und seiner Frau (der Vizepräsidentin des Landes) vorgeworfen, ihre Macht zur Selbstbereicherung auszunutzen.

Friedliche Demonstrationen werden durch die Regierung immer wieder gewaltsam beendet –  mehr als 300 Menschen sind dabei bisher ums Leben gekommen. Gleichzeitig verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage in dem mittelamerikanischen, ohnehin sehr armen Land, dramatisch. Der Tourismus ist zusammengebrochen, Angestellte des Staates werden nicht mehr regelmäßig ausgezahlt und die Preise für Grundnahrungsmittel steigen.

Doch es gibt auch feste Anker inmitten dieser schwierigen Situation. Seit vielen Jahren pflanzt PRIMAKLIMA zusammen mit Bauernfamilien Bäume in Nicaragua. Das durchschnittliche Einkommen eines Kleinbauern oder einer Kleinbäuerin betrug auch schon vor der Krise weniger als 2 € pro Tag. Gerade in diesen Zeiten politischer Unruhen ist nun das Projekt als einzige sichere Einkommensquelle eine Art Lebensversicherung.

Die teilnehmenden Familien werden geschult und erhalten Zahlungen für die erfolgreiche Pflanzung von Bäumen. Während die Wälder heranwachsen werden in ihrem Schatten Kaffee oder andere Lebensmittel für die Selbstversorgung angebaut. Später können regelmäßig einzelne Bäume entnommen werden, damit eine gesunde Waldstruktur entsteht – natürlich aber nie mehr, als auf natürliche Art nachwächst. Aus ihrem Holz werden dann in der projekteigenen Werkstatt in Handarbeit einzigartige Waren hergestellt. Jeder Euro, der in das Projekt fließt, führt so zu 3 € an zusätzlichem Einkommen für die Menschen – während gleichzeitig ein Wald als Erbe für nachfolgende Generationen und als Beitrag für den Klimaschutz heranwächst.

Bereits jetzt sind mehr als 700 Bauernfamilien beteiligt. Außerdem beschäftigt das Projekt mehr als 1.000 Menschen in der Baumschule, der Holzwerkstatt oder als forsttechnische Mitarbeiter_innen. Für all diese Menschen ist das Projekt gerade jetzt die einzige Konstante in der Region. Nicht nur die finanzielle Sicherheit, sondern auch das Gefühl, der internationalen Gemeinschaft nicht gleichgültig zu sein, gibt ihnen den Halt, den sie jetzt dringend brauchen.

 

Elsa Gonzales, technische Leiterin im Nicaragua-Projekt:

„Bäume pflanzen ist eine langfristige Investition, was zeigt, dass wir an unsere Zukunft glauben. Wenn Menschen aus dem Ausland unsere Arbeit unterstützen, vertrauen sie auch in uns und wir haben das Gefühl nicht vergessen zu werden. Dafür bin ich unglaublich dankbar, vor allem in dieser schwierigen Zeit.“

 

Um noch mehr Menschen vor Ort langfristige Stabilität zu ermöglichen, möchte PRIMAKLIMA gerade jetzt das Engagement in Nicaragua ausbauen. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe.

Werden auch Sie Teil von etwas Großem und unterstützen Sie jetzt die Menschen in Nicaragua mit Ihrer Baumspende.

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