Damals ahnt niemand, dass aus dieser kleinen Initiative einmal eine Organisation werden würde, die gemeinsam mit Partner weltweit Wälder schützt, wiederherstellt und entstehen lässt. Dass sie Krisen überdauern, politische Stimmungswechsel erleben und auf 35 Jahre engagierte Vereinsgeschichte zurückblicken würde, erscheint zu diesem Zeitpunkt kaum vorstellbar. Doch wer Karl Peter Hasenkamp kannte, weiß: Aufgeben gehörte nie zu seinem Plan.
1991 sprach kaum jemand über die Klimakrise. In Politik und Medien spielte sie allenfalls eine Nebenrolle, wissenschaftliche Warnungen fanden nur wenig Gehör. Für Karl Peter Hasenkamp war trotzdem klar: Wer die Zusammenhänge erkannt hat, trägt auch Verantwortung zu handeln. Wälder waren für ihn dabei von Anfang an Teil der Lösung.
Seine Überzeugung brachte er 2019 in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auf den Punkt:
„Ich sagte mir, auf philosophischer oder genereller menschlicher Basis, wenn man etwas erkannt hat, und etwas sinnvoll ist, dann kann man nicht dabei stehen bleiben, das zu erkennen und zu kommunizieren. Dann gibt es den Punkt, dass man dran ist. Und das habe ich gemacht!“
Diese Haltung prägt PRIMAKLIMA bis heute.
Denn auch 35 Jahre nach der Gründung ist die Situation widersprüchlich. Die Folgen der Klimakrise werden immer sichtbarer – gleichzeitig verliert das Thema im öffentlichen Diskurs an Aufmerksamkeit. Andere Krisen bestimmen die Schlagzeilen, politische Prioritäten verschieben sich und viele Menschen fragen sich, ob ihr Engagement überhaupt noch etwas bewirken kann.
Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück.
Die Geschichte von PRIMAKLIMA zeigt, dass gesellschaftlicher Wandel selten geradlinig verläuft. Fortschritt entsteht nicht, weil Rückenwind selbstverständlich ist, sondern weil Menschen auch dann weitermachen, wenn Gegenwind aufkommt. Was 1991 als Überzeugung weniger Menschen begann, hat gemeinsam mit tausenden Unterstützer, Partnerorganisationen und engagierten Menschen vor Ort Wälder wachsen lassen, Lebensräume geschaffen und Klimaschutz möglich gemacht.
35 Jahre PRIMAKLIMA sind deshalb weit mehr als ein Jubiläum. Sie erzählen von Beharrlichkeit, von Vertrauen und davon, dass Veränderung Zeit braucht.
In unserem Jubiläumsjahr möchten wir genau diese Geschichte erzählen: die Geschichte unserer Wälder, unserer Projekte und der Menschen, die sie möglich gemacht haben. Wir blicken zurück auf Erfolge und Herausforderungen, auf Projekte, aus denen wir gelernt haben, und auf Begegnungen, die uns geprägt haben. Vor allem aber schauen wir nach vorn. Denn die nächsten 35 Jahre beginnen jetzt.


