Auf dem Land der Kleinbäuerinnen Ana Josefa Mora Espinosa, Modesta Pastora Seville Delgadillo, Esperanza de Jesus Jarquin Polanco und weiterer Frauen wird mithilfe der Unterstützung der Initiative Meerbusch goes Future im Jahr 2026 ein neuer Wald entstehen. Meerbusch goes Future ist eine Mitmach-Initiative von Kyocera Document Solutions GmbH, dem Soroptimist International-Club Meerbusch und der Sparkasse Neuss.
Nahe der Stadt Boaco, der Hauptstadt des gleichnamigen Departamento in Nicaragua, bewirtet Ana Josefa Mora Espinosa mit ihrer Familie ein Stück Land, auf dem mithilfe der Unterstützung der Initiative Meerbusch goes Future im Jahr 2026 ein neuer Wald entstehen wird. Wie viele Grundstücke in dieser Region ist auch dieses gezeichnet von der Bewirtschaftung der letzten Jahrzehnte, die oftmals wenig Augenmerk auf die langfristige Gesundheit des Ökosystems gelegt hat. Durch Rodung von alten Waldflächen und das Betreiben von Monokulturen ist der Boden vielerorts ausgezehrt. Während niederschlagsreicher Zeiten wird dieser Boden überschwemmt und weiter erodiert, während Dürreperioden fehlt es hingegen an Wasser.
Hier kann der Wald als Ökosystem enorm helfen: Tiefreichendes Wurzelwerk kann große Mengen Wasser speichern und somit Überschwemmungen verhindern und den Boden resilienter gegen Dürren machen. Diverse Pflanzen- und Tierarten, deren Lebensraum zuvor eingeschränkt wurde, können sich somit wieder ausbreiten und weiter zu einem robusten Ökosystem beitragen. Der Wald, der hier entstehen soll, kann also nicht nur große Mengen an CO2 binden, sondern der Region auch helfen, den steigenden Anforderungen des Klimawandels zu trotzen.
Lokale Bäuerinnen und Bauern wie Ana Josefa Mora Espinosa sind jedoch wirtschaftlich auf die Erträge ihres Landes angewiesen. Der Wald wird also auch Obstbäume und Nutzholzbäume enthalten, die in begrenztem Maße entnommen beziehungsweise abgeerntet werden dürfen. Hierbei wird aber die Entwicklung des Waldes berücksichtigt, indem nur schonende Methoden angewandt werden. Auf diese Weise kann der Wald sowohl der Familie, die ihn bewirtet, als auch weiteren Teilen der lokalen Gemeinschaft Arbeit und Einnahmequellen bieten, was eine weitere Bedingung für den langfristigen Erfolg des Projektes darstellt.
Besonderes Augenmerk auf Geschlechtergerechtigkeit
Frauen spielen eine wichtige Rolle in dem Projekt. In den ländlichen Regionen Nicaraguas traditionell oft gleichzeitig in die Arbeit auf dem Hof und im Haushalt eingebunden, haben sie häufig weniger Möglichkeiten, an Aufforstungsprojekten teilzunehmen und zusätzliches Einkommen zu erzielen oder sich weiterzubilden. Obwohl Frauen die Betriebe mitbewirtschaften, laufen Landtitel meist auf die Männer. In der Praxis arbeitet das Projekt deshalb mit ganzen landwirtschaftlichen Familien statt nur mit einzelnen Landbesitzern und fördert die aktive Beteiligung von Frauen an den Projektaktivitäten und Schulungen. Das Ergebnis: Über 980 Kleinbäuerinnen nehmen direkt an dem Projekt teil. Zudem gibt es 34 festangestellte Mitarbeiterinnen im gesamten Programm, die die Farmer:innen unterstützen. Im Projektteam werden Frauen gezielt gefördert, um für ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis zu sorgen und Weiterbildung zu ermöglichen – unter anderem in Führungspositionen.
In 2026 werden insgesamt 3.000 Bäume auf ca. 1,8 ha Land gepflanzt.