Seit April 2021 sammelt das Jugendparlament Göttingen für die Baumpflanzaktion „Ein Wald von Göttingen" Spenden, um durch Aufforstung einen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas zu leisten. Dafür werben die Jugendlichen zum einen bei Unternehmen in der Region um Göttingen, zum anderen haben sie schon mit verschiedenen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht, beispielsweise mit einem Spendenlauf am Max Planck Gymnasium in Göttingen oder einem Spendenspaziergang mit verschiedenen Musiker:innen und einem Unterhaltungsangebot für Kinder. Als Nächstes ist ein Spendenkonzert mit mehreren Göttinger Bands geplant, das den Abschluss des Spendensammelprojekts darstellen wird.

Im Norden Nicaraguas ensteht nun durch den Einsatz des Jugendparlaments Göttingen ein neuer Mischwald aus heimischen Baumarten. Hier, im Departamento Somoto, lebt der Kleinbauer Gilberto Lopez Blandino mit seiner Familie. Auf seinem ehemalig landwirtschaftlich genutzen Land pflanzt er Bäume, da er den vielfältigen Nutzen des Waldes zu schätzen weiß. 

Neben Nutzholzarten wie der Weißkopfmimose, dem Regenbaum und dem Mandagual werden zahlreiche andere standortgerechte Baumarten gepflanzt. Auf diese Weise wird ein artenreiches Biotop entstehen, in dem sich zahlreiche Tierarten und andere Organismen ansiedeln können.

Die Zusammenarbeit mit dem Kleinbauern ist Teil einer Kooperation von PRIMAKLIMA mit einer stetig wachsenden Zahl an Bewohner:innen ländlicher Gebiete Nicaraguas. Vor allem die nächste Generation, die Kinder der heutigen Bauern und Bäuerinnen, profitiert von dem Wald, wenn er in einigen Jahren Früchte und Holz liefert. Dabei werden zwar die Rohstoffe des Waldes genutzt, in seiner Gesamtheit bleibt dieser aber immer erhalten. Langfristig kann so durch die nachhaltige Nutzung der Wälder eine zusätzliche Einkommensquelle aufgebaut werden, ein wichtiges zweites Standbein in Zeiten unsicherer Ernten aufgrund des fortschreitenden Klimawandels.

In den ländlichen Gebieten Nicaraguas ist Landwirtschaft die wichtigste Einkommensquelle, das Bild ist geprägt von Kleinbauern und -bäuerinnen wie Gilberto, die mit ihren Familien ein Stück Land bewirtschaften. Dies wird jedoch immer schwerer: Böden werden zu trocken zur Bewirtschaftung und Regengüsse kommen immer unregelmäßiger. Nach langen Trockenphasen führen starke Niederschläge regelmäßig zu Überschwemmungen und Bodenerosion. Wälder geben den Kleinbauernfamilien eine Möglichkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen: Dank des Wurzelwerks kann der Boden deutlich mehr Wasser speichern und die Bäume in der kommenden Trockenzeit mit Wasser versorgen.

Im Mittelpunkt steht aber natürlich der Klimaschutz. Der neue Wald filtert CO2 aus der Atmosphäre und entlastet somit das Weltklima. Der Wald entzieht der Luft jedes Jahr durchschnittlich etwa 24 Tonnen CO2.



Es fehlen noch 1.155 von 7.000 Bäumen