Nicht umsonst gehört die historische Altstadt von Freiberg zum UNESCO-Welterbe ‚Montanregion Erzgebirge‘. Zwischen Chemnitz und Dresden gelegen, zeugen hier zahlreiche Bauwerke und Denkmäler von der einstigen Blütezeit des Bergbaus. Eine Epoche, die die Wirtschaft der Region stark angekurbelt, aber die Natur teilweise auch heftig in Bedrängnis gebracht hat. Große Waldflächen wurden damals gerodet.  
Seit Jahrzehnten bemüht man sich daher in und um Freiberg herum, neue Wälder zu schaffen, Bergbauhalden wieder zu bewalden und artenreiche Lebensräume entstehen zu lassen. Warum das in dieser Region besonders wichtig ist, zeigt auch der Blick auf die geographische Lage – und auf vergangene Hochwasser. Erst im Sommer 2021 standen Teile der Stadt unter Wasser, nachdem es unter anderem 2013 zu dramatischen Überflutungen gekommen war. Die Freiberger Mulde, aus einem steilen, engen Tal kommend, war vielerorts über die Ufer getreten.  

Wenn starke Regenfälle auf Flächenversiegelungen treffen und erodierte Böden nicht genug Wasser aufnehmen können, sucht sich das Wasser ungehindert seinen Weg. Aufforstungen können hier helfen die Wucht des Wassers abzumildern – denn durch die Porenbildung der Baumwurzeln kann Wasser wie in einem Schwamm aufgenommen werden. Und genau das sollen in Zukunft die neuen Bäume ermöglichen. 
Bergahorn, Stieleiche und Bergulme wurden u.a. ganz gezielt als Baumarten für diesen Standort ausgesucht und werden hier zu kostbaren Lebensräumen heranwachsen – in denen sich auch zahlreiche Vogel- und Insektenarten tummeln. Unterschiedliche Sträucher sollen außerdem einen abwechslungsreichen Waldsaum bilden, in dem es besonders im Frühjahr summt und brummt. In ein paar Jahren schützen die buschigen Sträucher den Wald dann vor starken Winden und beugen so Sturmschäden vor. 

Der neue Wald soll im Frühjahr 2022 gepflanzt werden und den von Trockenheit und Borkenkäferbefall schwer gezeichneten Stadtwald erweitern.   

Für die ersten Jahre werden die Setzlinge noch von einem schützenden Zaun umgeben sein, damit der neue Wald hier sicher heranwachsen kann. Rehe und Hirsche würden sich die zarten Blattknospen ansonsten als Köstlichkeit nicht entgehen lassen. 

Mit Bäumen gegen die Klimakrise 

Der neue Wald wächst in den nächsten Jahren zu einem natürlichen Kohlenstoffspeicher heran. Denn der für die Atmosphäre in großen Mengen schädliche Kohlenstoff ist in Form des Gases CO2 für die Wälder unentbehrlich. Zunächst als Rohstoff für die Photosynthese notwendig, fungieren die aus dem Kohlenstoff hergestellten Kohlenhydrate als Baustoffe für alle lebensnotwendigen Komponenten eines Baumes – und finden sich somit im Holz, der Rinde, den Wurzeln, Zweigen und Blättern wieder. Aber auch im Totholz am Boden und in der Humusschicht. Ein komplexes Zusammenspiel, das das Klima auf natürlichste Art entlastet. 



Es fehlen noch 905 von 11.000 Bäumen